Leitartikel Klartext

Im Landkreis Heidenheim sind die Narren los

Faschingsmuffel müssen da jetzt durch: Die Hochzeit des närrischen Treibens hat auch im Landkreis Heidenheim begonnen. Wer keine Lust auf Verkleidung hat, kann zumindest mal einen Blick auf den ursprünglichen Sinn der Fastnacht werfen, meint HZ-Redaktionsleiterin Silja Kummer.

Die Narren sind los, auch im Landkreis Heidenheim. Schaut man auf die Übersicht der lokalen Faschingsveranstaltungen, stellt man fest, dass man dem Treiben in den kommenden zweieinhalb Wochen kaum mehr aus dem Weg gehen kann – sogar in Heidenheim, das am Samstag, 31. Januar, einen innerstädtischen Faschingsumzug erlebt, ist das Phänomen angekommen.

Der Faschingsumzug in Dischingen 2025.

Umzüge, Rathausstürme, Partys: Alle Faschingsveranstaltungen 2026 in der Region Heidenheim auf einen Blick

Die Faschingssaison ist in vollem Gange. Noch stehen den Närrinnen und Narren im Landkreis Heidenheim aber einige Gute-Laune-Termine bevor. Wo wird wann 2026 gefeiert? Und welche Rathäuser werden am „Gombigen Doschdig“ gestürmt? Eine Übersicht mit Karte gibt es hier:
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Region Heidenheim
Terminübersicht und Karte

Fasching ist wie Rote Bete oder Strandurlaub: Man findet ihn entweder richtig toll oder komplett grauenhaft. Während es manche Menschen genießen, einmal im Jahr in ein Kostüm zu schlüpfen und eine ganz andere Rolle einzunehmen als im Alltag, finden andere Zeitgenossen Verkleidungen albern und Hexenkostüme mit Schürze und Kopftuch nur geschmacklos.

Auch in diesem Jahr gibt es Vorführungen der Faschingsgruppierungen in den Schloss-Arakaden.

Was beim Faschingssturm in Heidenheim am Samstag, 31. Januar, geboten sein wird

Am Samstag, 31. Januar, übernehmen die Narren in der Heidenheimer Innenstadt das Zepter. Was es dabei zu sehen gibt.
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Heidenheim
Die Narren sind los

Ohne Zweifel ist der Fasching eine Gelegenheit, Partys zu feiern, und für viele auch ein Anlass, sich gesellschaftlich legitimiert zu betrinken, über die Stränge zu schlagen, Krawatten abzuschneiden und Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen.

Wem der Sinn für Schabernack und Rollenspiel fehlt, kann ja zumindest einen Blick auf den traditionellen Ursprung vieler Faschingsbräuche werfen, der vor allem noch in der alemannischen Fastnacht erkennbar ist: Es geht im Kern auch darum, mit grusligen Masken, Trommeln, Pfeifen und rituellen Feuern den Winter zu vertreiben.

Dieser hat sich bei uns ausnahmsweise mal am 24. Dezember mit weißen Weihnachten gemeldet und hält seither mehr oder weniger unvermindert an, was man in dieser Form schon lange nicht mehr erlebt hat.
Und während wir uns heute in Bezug auf den Winter übers Schneeräumen und hohe Heizkosten ärgern, war dieser früher eine jährliche existenzielle Bedrohung, nicht nur durch die Kälte, sondern auch, weil die Lebensmittelvorräte irgendwann zu Ende gingen – Supermärkte mit Flugware aus Afrika und Südamerika gab es noch nicht. Eine Winteraustreibung machte also durchaus Sinn. Heute wird der Winter mehr vom Klimawandel bedroht als von den Narren. Faschingsmuffel dürfen sich ein wenig in Toleranz und Gelassenheit üben. Es gibt die Gewissheit, dass alles vorbeigeht – der Fasching genauso wie der Winter.