Die zuletzt in der Heidenheimer Zeitung veröffentlichten Leserbriefe spiegeln die tiefe Unzufriedenheit vieler Heidenheimerinnen und Heidenheimer wider. Unsere Innenstadt wirkt leer, unattraktiv und verliert weiter an Leben. Die Fußgängerzone soll Autos und Busse fernhalten, gleichzeitig steigen die Parkgebühren, und viele ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen können die Innenstadt kaum noch erreichen. So kann eine Innenstadt nicht lebendig sein. Kritik wird oft nur angehört, selten umgesetzt. Bürgermeinungen wirken wie nachträglich abgenickt, statt echte Grundlage für Entscheidungen zu sein. Das muss sich ändern, und es gibt kleine, umsetzbare Ideen, die sofort Wirkung zeigen könnten.
Ich habe konkrete Vorschläge für eine lebendige Innenstadt. Bessere Erreichbarkeit: kostenfreie Kurzzeitparkplätze am Rand der Fußgängerzone für ältere, kranke und mobilitätseingeschränkte Menschen (nicht jeder hat einen Behindertenausweis); Shuttle- oder Kleinbuslösungen während der Geschäftszeiten, die regelmäßig die Innenstadt anfahren. Attraktive Aufenthaltsqualität: mehr Sitzgelegenheiten in der Fußgängerzone; überdachte Bereiche als Schutz vor Sonne und Regen; Aufenthaltsplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder unterschiedlichen Alters; öffentliche Trinkbrunnen und Trinkwasserstationen für Kinder und Erwachsene sowie kleine Wasserinstallationen für ein angenehmes Ambiente; kostenloses öffentliches W-Lan und digitale Infotafeln mit Informationen zu Veranstaltungen, Geschäften und Angeboten; Straßenmusik, kleine Bühnen für lokale Künstler sowie temporäre Kunstaktionen oder Fotospots; Sauberkeit und Sicherheit durch ausreichende Mülleimer, Hundetoiletten, regelmäßige Reinigung und gute Beleuchtung; Förderung lokaler Geschäfte, Handwerk und Gastronomie statt nur internationaler Ketten; Straßenfeste und Vereinspräsentationen; Pop-up-Stores und kleine Veranstaltungen, die Menschen in die Innenstadt ziehen. Transparente Bürgerbeteiligung: Bürgerforen vor jeder größeren Umgestaltung; Online-Beteiligung, bei der Vorschläge dokumentiert und sichtbar in Entscheidungen einbezogen werden.
Den Sinn, die Grabenstraße parallel zur Hauptstraße als Fußgängerzone auszubauen, verstehe ich nicht. Wir machen hier den zweiten Schritt vor dem ersten. Zuerst muss die Hauptstraße belebt werden, bevor weitere Eingriffe erfolgen. Unsere Innenstadt darf nicht nur Projektionsfläche städtischer Planungen sein. Sie lebt von den Menschen, die sie besuchen und dort einkaufen. Wer die Zugänglichkeit einschränkt, muss parallel Anreize und Lösungen schaffen.
Ute Ludwig, Heidenheim

