Leitartikel Klartext

Fehlerhaft: Was wir über die Fehler anderer denken

Menschen machen Fehler – auch dann, wenn sie Gründe für die Fehler suchen, die andere machen. Hier gilt es, noch mal genauer hinzusehen, meint HZ-Redaktionsleiterin Silja Kummer.

Fehler sind zutiefst menschlich und passieren jedem von uns ständig. Es gibt Schätzungen, dass jeder Mensch zwei bis fünf Fehler macht – pro Stunde. Da sich jeder von uns sicher ist, dass er selbst kaum Fehler macht, kann es sich dabei nur um einen Durchschnittswert handeln. Und es ist bewiesen, dass die anderen Fehler am Stück produzieren.

Spaß beiseite, für eine gute Fehlerkultur muss man auch darauf schauen, wie Fehler entstehen. Die Hauptgründe sind: Die Kommunikation hat nicht gestimmt, man hat sich selbst überschätzt, die Situation war stressig oder man war müde, die Konzentration hat gefehlt – oder man hat tatsächlich Regeln nicht eingehalten, bewusst oder unbewusst.

Ein sehr dominanter Fehler

Wenn man auf die Fehler anderer schaut, spielt die Attribution eine große Rolle. In der Psychologie bezeichnet man damit die Verarbeitung von Informationen, um eine Erklärung für das Verhalten anderer Menschen zu finden. Und bei der Attribution gibt es einen gravierenden Fehler, der extrem dominant ist: Menschen tendieren dazu, persönliche Eigenschaften stärker als Begründung für Verhalten heranzuziehen als äußere Umstände, die aus der Situation resultieren. Es gibt eine ganze Reihe von Experimenten, die das zeigen.

Was lernen wir daraus? Offenbar nichts, denn der Attributionsfehler behält meist die Oberhand. Und warum taucht das Thema jetzt hier im wöchentlichen Leitartikel auf? Weil in einer Woche die Landtagswahl stattfindet, und in dieser Phase wie durch ein Naturgesetz besonders häufig über Verfehlungen von Kandidaten und Kandidatinnen berichtet wird. Selbstverständlich sind Politiker nicht sakrosankt, und gerade vor einer Wahl sollte man wissen, wem man ein politisches Mandat geben will und wem nicht.

Der SPD-Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Heidenheim und Landeschef seiner Partei, Andreas Stoch, steht derzeit wegen Äußerungen in einem SWR-Beitrag in der Kritik.

Was Andreas Stoch zur Kritik an seinen Äußerungen im SWR-Beitrag sagt

Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch steht derzeit medial in der Kritik. Das sagen er und Sozialdemokraten vor Ort zu dem Beitrag des SWR und zu den Reaktionen darauf.
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Aber vermeintlich einfache Fehlerzuschreibungen sollte jeder für sich selbst noch einmal hinterfragen. Vermutlich ist öfter ein situativer Umstand der Grund für ein bestimmtes Handeln als eine negative Persönlichkeitseigenschaft der Person.

Wählen Sie fehlerfrei! Um unseren Leserinnen und Lesern ein besseres Bild der Kandidatinnen und Kandidaten zu vermitteln, haben wir in den vergangenen zwei Monaten ihre Fragen eingesammelt und diese an die Vertreter der Parteien übermittelt. Die Antworten sind jetzt vollständig und hier gesammelt zu finden:

Die Kandidierenden für die bevorstehende Landtagswahl am 8. März 2026. Von links oben nach rechts unten: Andreas Stoch, Clara Resch, Klara Sanwald, Michael Kolb, Maurice Chesauan, Daniel Rolfs, Petra Hackl, Dr. Jürgen Müller.

Mobilität, Bildung, Wohnen, Gesundheit: Hier gibt es alle Antworten der Kandidaten zur Landtagswahl im Überblick

Bei der HZ-Aktion „Deine Stimme, Deine Themen“ haben Leserinnen und Leser ihre Fragen zur Landtagswahl am 8. März an die Kandidaten stellen können. Mobilität, Bildung, Wohnen und Gesundheit sind nur einige der Themenbereiche, zu denen die Kandidaten Fragen beantwortet haben. Hier gibt es noch einmal alle Fragen und Antworten zu den unterschiedlichen Themenfeldern im Überblick:
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