Fehler sind zutiefst menschlich und passieren jedem von uns ständig. Es gibt Schätzungen, dass jeder Mensch zwei bis fünf Fehler macht – pro Stunde. Da sich jeder von uns sicher ist, dass er selbst kaum Fehler macht, kann es sich dabei nur um einen Durchschnittswert handeln. Und es ist bewiesen, dass die anderen Fehler am Stück produzieren.
Spaß beiseite, für eine gute Fehlerkultur muss man auch darauf schauen, wie Fehler entstehen. Die Hauptgründe sind: Die Kommunikation hat nicht gestimmt, man hat sich selbst überschätzt, die Situation war stressig oder man war müde, die Konzentration hat gefehlt – oder man hat tatsächlich Regeln nicht eingehalten, bewusst oder unbewusst.
Ein sehr dominanter Fehler
Wenn man auf die Fehler anderer schaut, spielt die Attribution eine große Rolle. In der Psychologie bezeichnet man damit die Verarbeitung von Informationen, um eine Erklärung für das Verhalten anderer Menschen zu finden. Und bei der Attribution gibt es einen gravierenden Fehler, der extrem dominant ist: Menschen tendieren dazu, persönliche Eigenschaften stärker als Begründung für Verhalten heranzuziehen als äußere Umstände, die aus der Situation resultieren. Es gibt eine ganze Reihe von Experimenten, die das zeigen.
Was lernen wir daraus? Offenbar nichts, denn der Attributionsfehler behält meist die Oberhand. Und warum taucht das Thema jetzt hier im wöchentlichen Leitartikel auf? Weil in einer Woche die Landtagswahl stattfindet, und in dieser Phase wie durch ein Naturgesetz besonders häufig über Verfehlungen von Kandidaten und Kandidatinnen berichtet wird. Selbstverständlich sind Politiker nicht sakrosankt, und gerade vor einer Wahl sollte man wissen, wem man ein politisches Mandat geben will und wem nicht.

Was Andreas Stoch zur Kritik an seinen Äußerungen im SWR-Beitrag sagt
Aber vermeintlich einfache Fehlerzuschreibungen sollte jeder für sich selbst noch einmal hinterfragen. Vermutlich ist öfter ein situativer Umstand der Grund für ein bestimmtes Handeln als eine negative Persönlichkeitseigenschaft der Person.
Wählen Sie fehlerfrei! Um unseren Leserinnen und Lesern ein besseres Bild der Kandidatinnen und Kandidaten zu vermitteln, haben wir in den vergangenen zwei Monaten ihre Fragen eingesammelt und diese an die Vertreter der Parteien übermittelt. Die Antworten sind jetzt vollständig und hier gesammelt zu finden:



