Ob feiern, stricken, auf Konzerte gehen oder doch lieber wandern: Jeder gestaltet seine Freizeit ganz individuell. Wie das die Menschen im Landkreis Heidenheim tun, wo sie dafür hingehen, und vor allem, was ihnen dabei fehlt, das wollte die Heidenheimer Zeitung kürzlich mit einer Umfrage herausfinden.
Knapp 450 Menschen haben teilgenommen. Die nicht repräsentativen Ergebnisse veröffentlicht die HZ in mehreren Teilen. Der Auftakt beschäftigt sich konkret mit all den Kultur- und Freizeitangeboten, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Ort fehlen beziehungsweise von denen es laut ihnen zu wenig gibt.
Die Antworten zeichnen ein sehr deutliches Bild. Das sind die sechs wichtigsten Aspekte:
1. Fehlendes Nachtleben in Heidenheim
Am häufigsten wird das fehlende Nachtleben, insbesondere für junge Erwachsene, bemängelt. Deutlich mehr als 200 Teilnehmer beklagen, dass es kaum noch Bars, Kneipen, Diskotheken, Tanzlokale oder Klubs im Landkreis gebe. Besonders die Altersgruppe zwischen etwa 18 und 30 Jahren sieht kaum attraktive Angebote zum Feiern oder Ausgehen. Viele Befragte beschrieben speziell Heidenheim am Abend und an Wochenenden als „tot“, „leer“ oder „ausgestorben“.

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Mehrfach wird in der Umfrage erwähnt, dass viele junge Menschen deshalb nach Aalen, Ulm oder andere Städte in der Umgebung ausweichen würden. Konkret gewünscht werden Klubs, die verschiedene musikalische Genres abdecken, sowie Cocktail- und Tanzbars, Karaoke-Angebote, mehr regelmäßige Veranstaltungen und Partys.
2. Wunsch nach mehr Cafés und Gastronomie
Fast ebenso häufig wie das eingeschränkte Nachtleben wird ein Mangel an Cafés, vor allem ein Mangel derer mit „gemütlicher Atmosphäre“, genannt. Deutlich mehr als 200 Antworten beschäftigen sich mit diesem Aspekt. Besonders oft wird kritisiert, dass Cafés bereits am Nachmittag schließen und es kaum Möglichkeiten gebe, sich dort abends spontan mit Freunden zu treffen. Knapp 40 Teilnehmer äußern zudem den Wunsch nach gemütlichen Treffpunkten ohne Konsumzwang sowie nach einer lebendigeren Fußgängerzone mit mehr Außengastronomie, Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsqualität.

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Gerade im Bereich Gastronomie hoffen viele Befragte auf eine größere Vielfalt an Restaurants. Insbesondere deutsche Küche, mehr Biergärten, Weinbars und hochwertige Cafés werden immer wieder genannt. Auffällig häufig wird kritisiert, dass in der Innenstadt immer mehr Dönerläden und Schnellimbisse entstünden, während klassische Gastronomieangebote verschwänden. Mehrere Teilnehmer äußerten den Wunsch nach stilvollen Cafés nach Wiener Kaffeehaus-Vorbild, Frühstückslokalen – vor allem sonntags –, veganen Cafés oder gastronomischen Angeboten mit regionalem Bezug.
3. Kultur- und Veranstaltungsangebote ausbauen
Obwohl es im Landkreis Heidenheim ein vergleichsweise reichhaltiges kulturelles Angebot gibt, vermissen einige Teilnehmer gewisse Formate oder wünschen sich schlichtweg mehr von den bestehenden: Mehr Konzerte, Festivals, Live-Musik, Comedy- und Kleinkunstveranstaltungen stehen ebenso auf der Wunschliste wie mehr Poetry-Slams, Theater, Opern, Musicals oder Lesungen. Knapp 60 Antworten entfielen auf diesen Aspekt.

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Mehrfach werden bei den Antworten konkrete Vergleiche mit Einrichtungen wie dem Ulmer Roxy oder der Manufaktur in Schorndorf gezogen. Vor allem Konzertlocations und regelmäßige Veranstaltungen für jüngere Zielgruppen fehlen laut Ansicht der Umfrageteilnehmer. Gleichzeitig äußern einige Befragte den Wunsch nach mehr Angeboten für ältere Menschen sowie generationsübergreifenden Veranstaltungen.
4. Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen
Ein weiterer Schwerpunkt der Antworten betrifft Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche. Gewünscht werden von etwa 45 Teilnehmern mehr Spielplätze sowie Indoorspielplätze und familienfreundliche Veranstaltungen. Für Jugendliche wünschen sich die Menschen mehr Jugendtreffs sowie explizit Freizeitmöglichkeiten ohne Vereinsbindung.

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Mehrfach genannt werden außerdem Minigolfanlagen, Bowlingcenter, Billardcafés, Go-Kart-Bahnen, Kletterhallen und -wälder, Trampolin- und Eislaufhallen oder Erlebnisbäder. Viele Teilnehmer sehen insbesondere bei wetterunabhängigen Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche Defizite.
5. Innenstadt beleben und attraktiver machen
Mehrere Antworten thematisieren zudem die Heidenheimer Innenstadtgestaltung und das allgemeine Stadtbild. Viele Befragte wünschen sich eine belebtere und attraktivere Innenstadt mit mehr Veranstaltungen, besseren Einkaufsmöglichkeiten, Grünflächen und Orten zum Verweilen. Leerstände, fehlende Geschäfte sowie mangelnde Aufenthaltsqualität werden wiederholt kritisiert. Einige Teilnehmer forderten mehr Straßen- und Weinfeste, Open-Air-Veranstaltungen, Märkte oder Veranstaltungen auf dem Schlossberg und im Brenzpark sowie einen „richtigen“ Weihnachtsmarkt.

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6. Kommunikation im Vorfeld verbessern
Neben neuen Angeboten wird bei den Ergebnissen der Umfrage auch die Kommunikation bestehender Veranstaltungen thematisiert. Mehrere Menschen erklären, dass vorhandene Events zu wenig beworben würden und Informationen über Veranstaltungen häufig zu spät oder nur eingeschränkt sichtbar seien. Gewünscht werden ein zentraler Veranstaltungskalender, stärkere Präsenz in sozialen Medien sowie mehr Werbung im Stadtbild.

