Leserbrief

Ein Teil des Heidenheimer Publikums ließ es an Respekt mangeln

Leserbrief zum Eröffnungskonzert der Heidenheimer Opernfestspiele:

Die Rezension von Frau Kasischke zum Eröffnungskonzert der Opernfestspiele fiel sehr positiv aus, was ich nur bestätigen kann. Es war ein unvergesslicher Abend mit Musikern auf höchstem professionellem Niveau. Besonders der 1. Klarinettist überzeugte durch sein herausragendes Spiel – eine Leistung, die ich als aktiver Klarinettist durchaus einschätzen kann.

Während auf der Bühne vom ersten bis zum letzten Pult ausschließlich Profis am Werk waren, bot sich im Zuschauerraum leider ein gegenteiliges Bild. Ein erschreckend großer Teil des Publikums schien mit den elementarsten Regeln eines klassischen Konzerts nicht vertraut zu sein. Das ständige Klatschen nach jedem Satz zeugte von bemerkenswerter Ahnungslosigkeit und mangelndem Respekt gegenüber den Künstlern.

Für die Musiker ist Konzentration ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit. Wer nach jedem Satz ungefragt Beifall spendet, stört nicht nur den musikalischen Zusammenhang, sondern reißt die Ausführenden immer wieder aus dem Spannungsaufbau ihrer Interpretation. Gerade bei anspruchsvollen Werken wirkt ein solches Verhalten befremdlich, provinziell und dilettantisch.

Das Eröffnungskonzert der Opernfestspiele entführte die Zuschauer am Freitagabend in anderes Sphären.

„Das himmlische Leben“: So beeindruckend war das Eröffnungskonzert der Opernfestspiele

Die Opernfestspiele starteten am Freitagabend überirdisch in die Saison. Dabei wurde „Das himmlische Leben“ ganz wörtlich genommen: Das Eröffnungskonzert ließ das Publikum in andere Sphären entschweben.
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Der Solistin und dem Dirigenten war deutlich anzumerken, dass sie diese fortwährenden Unterbrechungen keineswegs begrüßten. Die höflichen Reaktionen wirkten eher wie professionell kaschierte Fassungslosigkeit als echte Freude über den Applaus. Vielleicht sollten künftige Rezensionen nicht nur die Qualität der Darbietung würdigen, sondern gelegentlich auch das Verhalten des Publikums kritisch beleuchten. Ein Mindestmaß an kultureller Bildung sowie Respekt gegenüber den Künstlern sollte man dort eigentlich voraussetzen dürfen.

Manfred Heizmann, Herbrechtingen