Landtagswahl 2026

Diese Besonderheiten gab es bei den Ergebnissen in den einzelnen Gemeinden des Landkreises Heidenheim

In den kleineren Orten des Landkreises gab es oft ein knappes Rennen zwischen CDU und AfD, mancherorts überflügelte letztere die CDU sogar. Was sonst noch aus den Ergebnissen abzulesen ist.

Nicht nur auf Landkreisebene, sondern auch in allen Kreisgemeinden bis auf Giengen und Heidenheim trugen Michael Kolb und die CDU den örtlichen „Wahlsieg“ davon. Andreas Stoch schnitt überall bei den Erststimmen deutlich besser ab als die SPD bei den Zweitstimmen. Und für die Grünen gab es in Städten und Hauptorten meist mehr Unterstützung als in den Dörfern. Abgesehen davon gibt es auch einige Unterschiede zwischen und innerhalb der Kreisgemeinden.

In Niederstotzingen konnte Kolb das nach Dischingen stärkste Ergebnis verzeichnen. 34,6 Prozent der Stimmen erhielt er in der kleinsten Stadt des Landkreises, und liegt damit genau fünf Prozentpunkte vor AfD-Mann Dr. Jürgen Müller. Auffällig schlecht schnitt Clara Resch ab, die nur 15,8 Prozent der Erststimmen erhielt. Bei den Zweitstimmen kamen die Grünen zumindest auf 19,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag in Niederstotzingen bei 69,7 Prozent. Auch in den größeren Städten des Landkreises lag die Wahlbeteiligung jeweils unter 70 Prozent, in allen anderen Gemeinden darüber.

In der Nachbargemeinde Sontheim/Brenz erhielt Kolb ebenfalls klar die meisten Stimmen, nämlich 32,8 Prozent, dafür war hier die AfD etwas weniger stark aufgestellt. 25,6 Prozent der Stimmen konnte sich Müller sichern, vor Resch mit 17,8 und Stoch mit 15,3. Die Wahlbeteiligung lag mit 73,1 Prozent im oberen Bereich. In den Ortsteilen Brenz und Bergenweiler hatte jeweils Müller die Nase etwas vor Kolb, einmal mit 31,4 Prozent der Stimmen und einmal mit 27,2 der Stimmen. Bei den Zweitstimmen ergab sich ein anderes Bild: Hier lag die AfD in Brenz beinah genau gleichauf mit der CDU (29 zu 29,5 Prozent); in Bergenweiler lag die AfD knapp hinter den Grünen (27,2 zu 27,7 Prozent).

Die Gemeinde Gerstetten bot ein fast exaktes Spiegelbild des Wahlergebnisses im Landkreis: Einzig Kolb war mit 31,1 Prozent der Erststimmen etwas beliebter als im landkreisweiten Durchschnitt, der bei 29 Prozent lag. Einen unüblich großen Vorsprung hatte Kolb vor Müller in Dettingen, mit 35,6 zu 21,8 Prozent der Stimmen. In Heuchlingen entfielen ebenfalls 35,6 Prozent der Stimmen auf Kolb, Müller kam hier nur auf 19,4 Prozent und war damit ausnahmsweise hinter Resch, die 20,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. In Gussenstadt war Müller mit 29 Prozent der Stimmen nah an Kolbs 33,1 Prozent dran, bei den Zweitstimmen hielten sich die beiden Parteien fast die Waage. Im Teilort Heldenfingen hatte Müller tatsächlich die Nase vor Kolb, mit 31,5 zu 27,7 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 72,2 Prozent.

In Königsbronn zeigte das Ergebnis in der Gesamtgemeinde, dass die Tage als SPD-Hochburg wohl vorbei sind. Zwar kam Andreas Stoch bei den Erststimmen noch auf 18 Prozent, aber bei den Zweitstimmen erreichte die SPD nur noch 9,6 Prozent. Dafür kamen die Grünen bei den Zweitstimmen auf 27,2 Prozent, fast gleichauf mit den 27,5 Prozent der CDU und vor den 22,3 Prozent der AfD. Die Wahlbeteiligung lag bei 72,5 Prozent. In Zang sah das Ergebnis ähnlich aus wie in der Gesamtgemeinde, allerdings waren die Grünen bei den Zweitstimmen die stärkste Partei. In Itzelberg und Ochsenberg erhielten Müller und die AfD jeweils die meisten Stimmen. Mit 30,2 Prozent für Müller und 29,6 Prozent für die AfD betrug der Abstand auf Kolb und CDU in Itzelberg jeweils mehr als zwei Prozentpunkte. Noch klarer ist die Lage in Ochsenberg: Hier erreichte Müller 31,3 und die AfD 30,9 Prozent, während Kolb und die CDU nur auf 23,5 beziehungsweise 23,8 Prozent kommen.

Auf dem Härtsfeld war die Wahlbeteiligung besonders hoch: Mit 74,7 Prozent hatte die Gemeinde Nattheim den höchsten Anteil aller Gemeinden im Landkreis. Von 5047 Wahlberechtigten gaben hier 3769 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme für den künftigen Landtag ab. Die CDU führte mit etwa 32 Prozent das Ergebnis mit deutlichem Abstand an, während AfD und Grüne rund zehn Prozentpunkte dahinter in etwa gleichauf lagen. In den Teilorten war dieser Abstand teilweise noch größer. In Auernheim war der Kontrast besonders deutlich zu erkennen: Die CDU lag bei 44,5 Prozent der Erststimmen und 42,7 Prozent der Zweitstimmen, danach folgten weit abgeschlagen die Grünen mit 21,3 beziehungsweise 26,3 Prozent. AfD und SPD schnitten jeweils schlechter ab. Auf Gemeindeebene betrachtet erhielt Andreas Stoch (SPD) in Nattheim mit 16,1 Prozent eine solide Anzahl an Erststimmen. Bei den Zweitstimmen spiegelte sich jedoch das schwache Wahlergebnis der SPD auf Landesebene wider.

Auch weiter auf dem Härtsfeld war die Wahlbeteiligung hoch: Mit 74,2 Prozent lag Dischingen knapp hinter Nattheim. Das Wahlergebnis fiel hier jedoch deutlich anders aus. Die Grünen schnitten mit 13 beziehungsweise 15,8 Prozent im Vergleich zu den anderen Gemeinden im Landkreis mit Abstand am schlechtesten ab. CDU und AfD vereinten hingegen knapp 70 Prozent der Stimmen auf sich – rund 40 Prozent für die CDU und etwa 30 Prozent für die AfD. Dies wurde besonders beim Blick auf die Teilorte deutlich. Nur in Demmingen und Trugenhofen lag die AfD knapp vor der CDU, im Ort Dischingen selbst lagen beide Parteien gleichauf. Die CDU erzielte ihre besten Ergebnisse vor allem in Eglingen, Frickingen und Dunstelkingen.

Weiter im Süden des Landkreises war die Wahlbeteiligung am Sonntag niedriger: Herbrechtingen kam auf 68,2 Prozent. Dort war das Wahlergebnis bis auf wenige Prozentpunkte nahezu deckungsgleich mit dem Ergebnis im gesamten Landkreis. Auffällig war, dass in fünf der sechs Wahlbezirke in der Kernstadt die AfD stärkste Kraft wurde, gefolgt von den Grünen. Die CDU belegte dort nur den dritten Platz. Ähnlich fiel das Ergebnis in Bolheim aus: Auch dort lag die AfD knapp vor der CDU. In den anderen beiden Teilorten beeinflussten die Wählerinnen und Wähler das Gesamtergebnis maßgeblich. Vor allem in Hausen schnitt die AfD deutlich schlechter ab. Die CDU erhielt dort rund 40 Prozent der Stimmen, während AfD und Grüne jeweils etwa 20 Prozent erreichten. Auffällig war zudem, dass in Hausen keine Wählerin und kein Wähler die Erststimme für die FDP abgab. Stattdessen entfielen besonders viele Stimmen auf die CDU (42) und die AfD (35). Dadurch ergab sich schließlich auch das Gesamtergebnis der Gemeinde, in dem die CDU die meisten Prozentpunkte erhielt, dicht gefolgt von der AfD. Die Grünen überschritten ebenfalls die Marke von 20 Prozent.

In Hermaringen hingegen waren die Grünen besonders erfolgreich – neben Königsbronn und Steinheim erzielten sie hier ihre besten Ergebnisse mit 21,8 Prozent der Erststimmen und 27,3 Prozent der Zweitstimmen. Andreas Stoch (SPD) erhielt 19,5 Prozent der Erststimmen, lag damit jedoch hinter CDU, AfD und Grünen, die in dieser Reihenfolge dicht beieinander zwischen 30 und 20 Prozent lagen. Auffällig war zudem, dass die Zweitstimmen stark den Wahlergebnissen auf Landesebene entsprachen. Wie üblich war die Wahlbeteiligung in Hermaringen mit 72,4 Prozent ebenfalls sehr hoch.

Am Albuch flachte sie mit 70,8 Prozent wieder etwas ab. In Steinheim zeigte sich das Bild, das auch viele andere Gemeinden widerspiegelten: Die CDU führte mit mehr als 30 Prozent, die AfD kam jeweils auf rund 22 Prozent. Die Grünen schnitten hier jedoch vergleichsweise besser ab und erreichten 23 beziehungsweise 25,1 Prozent. Ebenfalls auffällig war der Vergleich zwischen Brief- und Urnenwahl: Die Ergebnisse der Briefwahl lagen bei fast allen Parteien nahe an denen der Urnenwahl – mit einer Ausnahme. Die AfD erhielt bei der Briefwahl mehr als neun Prozentpunkte weniger Stimmen als bei der Urnenwahl. Dieses Muster zeigte sich im gesamten Landkreis: Dort lag der Unterschied sogar bei mehr als zwölf Prozentpunkten.

Clara Resch am Wahlabend bei Bekanntgabe der ersten Wahlprognose zugunsten der Grünen.

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