Der Wahlausschuss im Landratsamt hat am Montag die Weichen für die Landtagswahl am 8. März gestellt. Acht der neun eingereichten Kreiswahlvorschläge wurden einstimmig zugelassen. Einzig der Vorschlag der Werteunion mit ihrem Kandidaten Bernd Malzahn erhielt keine Zustimmung. Grund für die Zurückweisung war laut Mitteilung des Landratsamts, dass der Wahlvorschlag nicht die erforderliche Anzahl von 150 Unterstützungsunterschriften vorweisen konnte. Damit ist das Feld der Bewerber nun offiziell abgesteckt, sofern bis zum Ablauf der Einspruchsfrist am Montagabend, 12. Januar, keine weiteren Beschwerden eingehen.
Heidenheimer Amtsinhaber im Landtag treten wieder an
An der Spitze des Bewerberfeldes stehen zwei bekannte Gesichter aus dem Landkreis Heidenheim, die ihre Mandate in Stuttgart verteidigen wollen.
Clara Resch (Grüne): Die 30-jährige Heidenheimerin rückte in der laufenden Legislaturperiode für den direkt gewählten Martin Grath in den Landtag nach. Die studierte Politikwissenschaftlerin (Master in Friedens- und Konfliktforschung) lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter heute wieder in Heidenheim. Die handwerkspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, die an der Heidenheimer Waldorfschule ihr Abitur machte, legt Wert auf eine weibliche und junge Perspektive in der Politik. Ihr liegen der faire Dialog und die „Konfliktresilienz“ am Herzen, wobei sie sich besonders als Stimme für Handwerker, Frauen und Familien versteht.

Andreas Stoch (SPD): Der 56-jährige Rechtsanwalt ist seit 2009 Mitglied des Landtags und eine der profiliertesten Figuren der Landespolitik. Der ehemalige Kultusminister führt heute sowohl die SPD-Landtagsfraktion als auch den Landesverband an. Der vierfache Vater ist in Heidenheim geboren und in Giengen zur Schule gegangen. Er ist in zahlreichen regionalen Organisationen wie der AWO oder der Kreisverkehrswacht aktiv und engagiert sich als Vorsitzender des Vereins G-Recht. Seine politische Erfahrung verbindet er mit kommunaler Arbeit im Heidenheimer Kreistag.

Sechs Herausforderer aus den anderen Parteien
Michael Kolb (CDU): Für die Christdemokraten tritt der 51-jährige CDU-Kreisvorsitzende Michael Kolb an. Der Fachanwalt für Verkehrsrecht ist im Heidenheimer Heckental zu Hause und ist seit 2018 als Stadtrat im Heidenheimer Gemeinderat in der Kommunalpolitik sowie als Lehrbeauftragter an der DHBW in der lokalen Bildungs- und Wirtschaftslandschaft verwurzelt. Der zweifache Vater setzt seine Schwerpunkte auf wirtschaftliche Stärke im ländlichen Raum, Sicherheit, bezahlbaren Wohnraum und eine moderne Landwirtschaft.

Dr. Jürgen Müller (AfD): Der 58-jährige Physiker aus Gerstetten bringt eine internationale Biografie in den Wahlkampf ein. Müller, der ursprünglich bei Voith Maschinenschlosser lernte, promovierte später in Würzburg und forschte in Wales und England. Der ehemalige Siemens-Ingenieur ist seit fast 30 Jahren selbstständiger Unternehmer und erzielte bereits bei der Bundestagswahl im Landkreis ein beachtliches Erststimmenergebnis.

Maurice Chesauan (BSW): Für das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht kandidiert der 27-jährige Heidenheimer Maurice Chesauan. Der Bankkaufmann absolvierte seine Ausbildung bei der Heidenheimer Volksbank, wo er heute als Privatkundenberater und Betriebsratsmitglied arbeitet. Besonders prägend für seine Kandidatur ist sein ehrenamtliches Engagement: Bei der Caritas in der Wohnungslosenhilfe betreut er Menschen in Not. Aus diesen Gesprächen leitet er seinen Einsatz gegen steigende Mieten und Energiekosten ab.

Klara Sanwald (FDP): Klara Sanwald (FDP): Die 27-jährige Heidenheimerin ist aktuell Rechtsreferendarin am Landgericht Ellwangen. Ihr zweites Staatsexamen steht im Juni 2026 an. Die verheiratete Juristin, die in Wiesbaden und Slowenien studierte, ist bereits seit 2024 Mitglied im Heidenheimer Gemeinderat und Kreistag. Seit März 2023 ist sie Vorsitzende des FDP-Kreisverbands. Sanwald rückt Themen wie Bürokratieabbau, mehr Planungssicherheit und bessere Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie gute Bildung in den Vordergrund.

Daniel Rolfs (Linke): Der 33-jährige Wirtschaftsinformatiker aus Giengen blickt auf eine interessante politische Entwicklung zurück: Noch bis Anfang 2025 war er bei den Grünen aktiv und kandidierte für diese bei der Kreistagswahl. Im Februar 2025 wechselte er zur Partei Die Linke, wo er heute dem Kreisvorstand angehört. Rolfs ist seit 20 Jahren ehrenamtlich beim RSV Hohenmemmingen engagiert und setzt sich als Teamleiter in der IT-Beratung für die Chancen der Digitalisierung sowie für die finanzielle Entlastung von Lohnarbeitern bei der Energiewende ein.

Petra Hackl (Bündnis Deutschland): Die 57-jährige Heidenheimerin ist seit über 30 Jahren bei einem Unternehmen in Herbrechtingen-Bolheim angestellt. Die dreifache Mutter und pflegende Angehörige war jahrelang in Führungspositionen im HSB-Basketball und als Elternbeirätin am Max-Planck-Gymnasium aktiv. In ihrer Partei fungiert sie als Bezirksvorsitzende Nord-Württemberg und als stellvertretende Landesvorsitzende mit den Schwerpunkten Gesundheit, Pflege und Sport.

„Deine Stimme, Deine Themen“: Mitmach-Aktion zur Landtagswahl
Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Im Landkreis Heidenheim haben dann mehr als 90.000 Menschen das Recht, zur Wahlurne zu gehen. Während der Mitmach-Aktion „Deine Stimme, Deine Themen“ sammelt die Heidenheimer Zeitung Fragen der Bürgerinnen und Bürger an die Kandidierenden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können bis Ende Januar aus zehn Themenfeldern bis zu drei auswählen und dazu Fragen formulieren, mit denen wir die Kandidierenden dann konfrontieren werden.
Wer darüber hinaus weiter mit der HZ-Redaktion in Kontakt bleiben und über den Fortgang des Projekts informiert werden möchte, erhält die Möglichkeit, eine E-Mail-Adresse einzugeben. Man kann aber auch anonym an der Umfrage teilnehmen.
Zur Online-Umfrage geht es unter link.hz.de/deinestimme.

