„In Irrtum verfallen, beschieden ist´s allen. Im Irrtum verharren, ist Vorrecht der Narren!“. Der weise Spruch meint nichts anderes, als dass jeder mal Fehler macht. Größe zeigt sich aber darin, diese Fehler zuzugeben und zu beseitigen. Die Sperrung der Grabenstraße ist ein Irrtum und Fehler. Das höre ich auch immer wieder in Gesprächen mit Mitbürgern. Noch will ich nicht glauben, dass die Gemeinderatsmehrheit von SPD und Grünen, die diesen Beschluss mit ihrer Mehrheit gefasst haben, Narren sind. Aber vielleicht haben sie die Auswirkungen zu wenig bedacht.
Wenn man den Individualverkehr einschränken will, um die Aufenthaltsqualität zu steigern, ist es doch wichtig, dass der ÖPNV mit seinen Bussen möglichst zentral Ein- und Ausstiegsstellen anbietet. Das war meines Erachtens in der Grabenstraße und bei C&A ideal. Nicht zuletzt für die Marktbesucher. Die Haltestellen jetzt in der Bahnhofstraße hinter der Pauluskirche und unten in der St. Pöltener Straße sind einfach zu weit weg. Dazu kommt noch, dass hier wichtige Parkplätze entfallen und der Radweg nicht unerheblich behindert wird. Ich kann hier Herrn Käpplinger nicht zustimmen. Das ist Schönrederei. Die Grabenstraße ist jetzt tot, nicht nur wegen der Winterzeit. Was soll die Menschen denn da hinlocken? Gerade die Bushaltestellen bringen Leben und sind Treffpunkte.
Ich war schon in etlichen Städten, da fahren Busse und Straßenbahnen durch die Fußgängerzonen. Da ist Leben. Ich kann mir auch vorstellen, dass mancher, während er auf den Bus wartet, noch eine Tasse Kaffee trinkt in der Crêperie, Bäckereifiliale oder sonstwo. Wenn in der Vergangenheit angeblich immer wieder Autofahrer unberechtigt in der Grabenstraße fuhren, dann wäre dies auch Aufgabe der kommunalen Polizeibehörde, dagegen einzuschreiten, dann würde das schon aufhören. Und so grausig viele können es ja nicht sein, seit es diese tollen Absperrungen oben beim Steingass hat.
Eine Flaniermeile zu schaffen, ist nicht einfach, aber man schafft es nicht mit Straßensperrungen. Zuerst sollten da die gastronomischen Einrichtungen, Läden, Kino usw. da sein, dann kann man immer noch zur Fußgängerzone umwidmen. Dazu gehört auch, dass die Geschäfte, Arztpraxen etc. problemlos beliefert werde können, andernfalls erfolgt die Abwanderung auf die grüne Wiese. Das will doch niemand. Der momentane Zustand ist laut Zeitung befristet bis zum 30. Juni 2026. Das heißt aber nicht, dass er nicht vorher aufgehoben werden kann. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Gemeinderat, ich bitte darum.
Manfred Renz, Heidenheim
