Die Automobilindustrie hat in Deutschland eine über 140-jährige Geschichte von großer Bedeutung für Wirtschaft, Politik, Bevölkerung und Wohlstand. Der gute Wegbereiter zur Elektromobilität war Tesla. Die Deutschen haben viel zu lange am Verbrenner festgehalten. Die Politik versagt bei den wichtigen Themen Bürokratieabbau, akzeptable Strompreise, digitaler, schneller Fortschritt, Steuerpolitik, Verlässlichkeit, Zukunftsfähigkeit im großen Stil. Die deutschen Pkw-Produzenten haben den Anschluss in der Batterietechnologie, dem wichtigsten Bauteil, verschlafen, und an CATL abgegeben. Die Chinesen haben eine klare Strategie, im Gegensatz zu Deutschland. BYD baut nicht nur gute, preisgünstige Elektroautos, sondern auch strategisch richtig, eigene Batterien. Was bedeutet dies für die Zukunft der deutschen PKW‑Produzenten?
Sie werden nach hinten durchgereicht. Sie werden weniger Margen erwirtschaften. Sie werden ihre Produktionskapazitäten reduzieren. Sie werden weniger Steuern bezahlen. Sie bauen erheblich Personal ab. Sie werden Produktionswerke reduzieren. Sie suchen ihr Heil bei Rüstungsproduktionen. Sie haben die richtigen Gegenmaßnahmen bis heute noch nicht gefunden und schon gar nicht umgesetzt.
Wozu führt das? In zehn Jahren erwarte ich den Pkw-Produktionsweltmeister aus China mit dem Unternehmen BYD an der Spitze als Nummer 1 weltweit. Er hat die beste Zukunftsstrategie. Er hat nicht nur eigene Batterieproduktionen, sondern auch Transportschiffe, um den Weltmarkt zu erobern. Er wird sich weltweit ausbreiten. Natürlich auch in Europa. Schockstarre der Deutschen ist der falsche Weg.
Was rate ich Deutschland? Strompreise runter, Bürokratie um 70 Prozent reduzieren, Digitalgeschwindigkeit verdoppeln, in der Politik weniger reden, aber sechsmal schneller handeln, Verlässlichkeit und Vertrauen realisieren. Die deutschen Pkw‑Produzenten sollten diesen ernsten Gesamtzustand viel besser gemeinsam angehen, nutzen und umsetzen. Ziel sollte es sein, dass die deutschen Pkw‑Produzenten viel mehr kooperieren. Gemeinsames Ziel sollte es sein, eine Feststoffbatterie für alle Deutschen gemeinsam zu entwickeln, um in diesem Bereich der Weltmarktführer zu werden.
Nicht jeder sollte am fahrerlosen Fahren für sich arbeiten, sondern einer für alle Deutschen. Um Kosten zu reduzieren und schneller zu werden: Einer sollte die Digitalisierung im Pkw für alle sinnvoll umsetzen. Auslegung und Automatisierung in hohen Stückzahlen von Batterien nicht jeder für sich, sondern eine Batterie-Großproduktion für alle. Die Zeit ist ernst genug, dass die Deutschen mehr zusammenstehen sollten, mit weitreichenden deutschen Gegenmaßnahmen im Verbund aller deutschen Pkw-Produzenten. Andernfalls wird China diese Schlacht gewinnen.
Horst Widmayer, Heidenheim
