Unfallstatistik 2025

Deutlich mehr Verletzte auf den Straßen im Landkreis Heidenheim

Die Zahl der Unfälle mit Verletzten im Landkreis Heidenheim ist voriges Jahr um 13 Prozent gestiegen. Vor allem Radfahrer und junge Erwachsene verunglückten häufiger, zudem gab es deutlich mehr Drogenunfälle. Das zeigt die Unfallstatistik für das Jahr 2025, die die Polizeidirektion Ulm am Donnerstag veröffentlicht hat.

Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis insgesamt 3110 Unfälle registriert, ein Zuwachs von drei Prozent. Svenja Niederberger vom Führungsstab Einsatz/Verkehr des Polizeipräsidiums Ulm relativiert diese Entwicklung jedoch: „Landesweit steigen die Unfallzahlen, das geht aber auch damit einher, dass wir immer mobiler unterwegs sind.“ Die Zahl der Autos und anderer Fahrzeuge auf den Straßen nehme stetig zu.

Entscheidend sei für die Behörden, dass die schwersten Folgen nicht im gleichen Maße mitgewachsen seien. Im Landkreis Heidenheim sank die Zahl der Getöteten von sechs auf fünf, die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 76 nahezu stabil (Vorjahr: 77). In der Statistik gilt als „schwer verletzt“, wer 24 Stunden oder länger stationär im Krankenhaus behandelt wird. Als „Unfalltod“ wird gewertet, wenn ein Mensch innerhalb von 30 Tagen nach dem Ereignis an den Folgen stirbt.

Besonders innerhalb geschlossener Ortschaften hat sich das Unfallgeschehen intensiviert. Während die Gesamtzahl der Unfälle innerorts stabil blieb, stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden massiv um 19 Prozent an.

Mehr Unfälle mit Fahrradfahrern im Landkreis Heidenheim

Bei den klassischen Fahrrädern verzeichnet die Polizei einen Anstieg der Unfälle um 37 Prozent auf 89 Fälle. Die Bilanz ist hier besonders schwerwiegend: Von den insgesamt sieben getöteten Radfahrern im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Ulm entfielen allein drei auf den Landkreis Heidenheim. Im Gegensatz dazu sank die Zahl der Pedelec-Unfälle um 20 Prozent von 50 auf 40. Ein Lichtblick ist die gestiegene Helmdisziplin. „Wir sind froh, dass die Akzeptanz von Helmen gestiegen ist“, so Niederberger. Dies gelte besonders für Senioren. Im gesamten Präsidiumsbereich trugen beispielsweise 75 von 95 verunglückten Senioren auf dem Pedelec einen Helm.

Altersgruppen: junge Fahrer im Risiko, Senioren sicherer

Die Analyse nach Alter zeigt gegensätzliche Entwicklungen. Als Hauptrisikogruppe traten 2025 die jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) hervor. Ihre Unfallbeteiligung stieg um elf Prozent, wobei die Zahl der Schwerverletzten um 15 Prozent und die der Leichtverletzten sogar um 30 Prozent nach oben schnellte. Hauptursachen waren hier Vorfahrtsfehler und nicht angepasste Geschwindigkeit.

Demgegenüber waren Senioren ab 65 Jahren sicherer unterwegs: Trotz leicht steigender Unfallbeteiligung sank die Zahl der verunglückten Senioren um elf Prozent. Speziell wertet die Polizei auch immer die Sicherheit auf Schulwegen anhand von Unfallzahlen aus. Die Zahl der Unfälle blieb im Landkreis Heidenheim mit drei Fällen zwar konstant, doch die Zahl der Leichtverletzten auf dem Weg zur Schule stieg von einer auf sieben Personen.

Drogen: bessere Erkennung durch gezielte Schulung

Auffallend in der Statistik ist die Vervierfachung der Drogenunfälle von vier auf 16 Fälle. Einen Zusammenhang mit der Cannabis-Legalisierung sieht Niederberger jedoch nicht. Der Anstieg sei vielmehr Resultat einer besseren Ausbildung der Beamten, die nun geschult sind, Drogeneinfluss an Verhaltensweisen oder den Augen zu erkennen. „Alkohol riecht man, bei Drogen ist das nicht so“, erklärt Niederberger. In 80 Prozent der Fälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ulm war Cannabis im Spiel, teils im Mischkonsum mit Kokain. Dennoch bleibt im Landkreis Alkohol mit 58 Fällen weiterhin die Hauptursache bei mangelnder Fahrtüchtigkeit, wenn auch die Zahl im Vorjahresvergleich um 16 Prozent gesunken ist.

Bis auf Weiteres rollen Züge über die alte Stahlbrücke beim Heidenheimer Bahnhof. Auf den angrenzenden Flächen wird unterdessen der Bewuchs gerodet, um Platz für die anstehenden Bauarbeiten zu schaffen.

Wann die neue Brücke beim Heidenheimer Bahnhof fertig sein soll

Die stählerne Brücke beim Heidenheimer Bahnhof wird demnächst durch einen Neubau ersetzt. Wann dieser fertiggestellt sein soll.
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Heidenheim
Vorbereitende Arbeiten laufen

Polizei setzt bei Unfallstrecken auf Kontrolldruck

Um schwere Unfälle einzudämmen, setzt die Polizei auf Kontrollen. Aufgrund erhöhter Zahlen schwerer Unfälle waren die Beamten mit dem sogenannten Enforcement-Trailer (einem speziellen Anhänger zur Geschwindigkeitsüberwachung) überwiegend auf den Landstraßen im Landkreis Biberach unterwegs, was dort zu einer Verbesserung führte. „Wir sind im Einsatz, wo oft viel zu schnell gefahren wird. Uns geht es darum, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, was uns damit gelungen ist“, so Niederberger. Die Polizei tauscht sich zudem regelmäßig mit den Straßenverkehrsbehörden aus, um Gefahrenstellen gezielt zu entschärfen.

Bei den 713 Unfallfluchten im Landkreis stellt die Polizei klar, dass hierunter auch viele kleine „Parkplatzrempler“ fallen. Dennoch entzieht sich damit bei fast jedem vierten Unfall ein Beteiligter der Verantwortung – im vergangenen Jahr mit teils tragischen Folgen: Im Zusammenhang mit einer Unfallflucht war ein getöteter Fahrradfahrer auf der Landstraße zwischen Königsbronn und Zang zu beklagen. Die Fahrerin wurde später von der Polizei ermittelt. Bei den meisten Bagatellunfällen mit Unfallflucht ist die Aufklärungsquote mit 29 Prozent gering.