Mit einer Mischung aus Blues, Rock und Soul wartete die Band Bleach To Black im Rahmen von „Sommer im Park“ im Heidenheimer Brenzpark auf – dynamisch und modern, wie sich aufgrund der interessanten und abwechslungsreichen Setlist herausstellen sollte. Dabei stehen die Heidenheimer Musiker um Carmen Kräft (Gesang), Julian Steiner (Gitarre), Berti Gegeny (Bass) Helmut Wüstner (Keyboards) und Steffen Schöfisch (Schlagzeug) für ein hohes Maß an Authentizität und einer unüberhörbaren Leidenschaft für modernen Blues-Rock, was die gut 350 Zuhörerinnen und Zuhörer bei angenehmen äußerlichen Bedingungen immer wieder mit Szenenapplaus würdigten.
Das Set begann mit einem Cover der schottischen Gruppe King King und dem Titel „Heed The Warning“. Joanne Shaw Taylor wurde im Anschluss gleich viermal angestimmt: „Wanna Be My Lover“, „Dyin‘ To Know“ und im zweiten Teil des Abends mit „Creepin‘“ und „I’ve Been Loving You Too Long“. Letztgenannter Song wurde bewegend und ungemein emotionalisierend interpretiert. Geschrieben wurde der Track 1965 von Otis Redding und Jerry Butler, ehe die britische Künstlerin dem Song auf ihrem 2019 erschienenen Werk „Reckless Heart“ neues Leben einhauchte. Paolo Nutini’s gefühlvolles „Iron Sky“ hingegen verbindet den Blues mit feinen Einflüssen aus Soul und Pop.
350 Zuhörerinnen und Zuhörer genossen die Essenz des modernen Blues-Rock in Heidenheim
Julian Steiner stimmte den Titel „Black Roses“ des Gitarrenvirtuosen Joe Bonamassa aus seinem 2022 erschienen Albums „Road To Redemption“ an. Black Stone Cherry’s „Built For Comfort“ und das stark interpretierte „High Rolling“ der dänischen Band Thorbjørn Risager & The Black Tornado wurden rifflastig in Szene gesetzt und zeigten auf, wie man modernen Blues-Rock vorträgt: druckvoll, dreckig und doch nie den Bezug zu den Wurzeln verneinend. Der Titel „Without You“ der britischen Gruppe The Brew und Beth Hart’s „I’d Rather Go Blind“, im Original von Etta James, ergänzten das stimmige Gesamtbild.
Wermutstropen: Letztes Konzert von Helmut Wüstner
Bleach To Black lieferten einen starken Auftritt ab – leidenschaftlich und voller musikalischer Finesse. Dieser stimmungsvolle Abend bot eine gelungene Auslese an modernen, groovenden Blues-Titeln und ruhigen, dahinschmelzenden Songs.
Einen kleinen Wermutstropfen sollte es zum Schluss hin doch noch geben: für Keyboarder Helmut Wüstner war es das letzte Konzert – er wird Bleach To Black schweren Herzens verlassen.
