Es kann ja wohl nicht wirklich wahr sein, darüber nachzudenken, der maßlosen Forderung der Gewerkschaften nach einer weiteren Verkürzung der Arbeitszeit nachzugeben. Von einer 35-Stunden-Woche bei 52 Wochen im Jahr ausgehend, kommt man auf durchschnittlich 1820 Arbeitsstunden. Wenn man sechs Wochen Urlaub, vier Wochen Krankheit (Angabe einer Krankenkasse) und elf bezahlte Feiertage davon abzieht, kommt man noch auf 1393 Stunden. Das ergibt im Durchschnitt auf das Jahr gerechnet nicht mal mehr ganz 27 Stunden Anwesenheit pro Woche am Arbeitsplatz - nicht effektive Arbeitszeit.
Die Genossen Andreas Stoch (SPD) und Tobias Bucher (IG Metall) legen großen Wert darauf, dass der Abbau von 50 Arbeitsplätzen in Oggenhausen „sozialverträglich“ wird. Was soll daran „sozialverträglich“ sein, wenn die Arbeitsplätze unter Umständen dauerhaft wegfallen? Richtig: absolut nichts. Das kann es erst wieder dann werden, wenn die Unternehmen wieder wettbewerbsfähig sind, die Steuerlast auf ein erträgliches Maß reduziert wird und vor allem die völlig aus dem Ruder laufenden Lohnnebenkosten wieder zu erwirtschaften sind.
Davon ist nichts mit geringerer Arbeitszeit zu erreichen. Höchste Zeit, dass die Unternehmer endlich anfangen durchzusetzen, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass die Liste der in wirtschaftliche Schieflage geratenen Firmen nicht noch länger wird, und manchen Leuten unmissverständlich klar gemacht wird, dass man auf Dauer das Geld erst verdienen muss, bevor man es ausgeben kann.
Matthias Kopp, Heidenheim

