Als vor sechs Jahren plötzlich das Corona-Virus über uns hereinbrach, haben wir vieles gelernt: Abstand halten, digital kommunizieren, Nudeln und Klopapier horten, in der Öffentlichkeit Masken tragen, Teststäbchen möglichst tief in die Nase stecken. Glücklicherweise ging die Pandemie mit ihren Gefahren und Einschränkungen vorbei. Manchmal habe ich aber den Eindruck, sie wirkt noch immer nach.
Der Abstand zu anderen Menschen, der eine Zeit lang seine Berechtigung hatte, ist in manchen Bereichen geblieben. Der Zusammenhalt in Teams ist schwächer geworden. Wir haben größere Schwierigkeiten mit Menschen, die andere Einstellungen und Haltungen haben als wir selbst. Wir ziehen den digitalen Austausch – in Mails, Nachrichten oder Kommentaren – immer noch oft dem Gespräch vor. Dabei gehen Feinheiten verloren, wir können uns schlechter erklären, es gibt keine Zwischentöne. Und schon gar keine nonverbalen Signale.
Glücklicherweise liegt jetzt die Jahreszeit vor uns, in der es wärmer und heller ist. Man geht öfter nach draußen, man trifft sich bei Festen und auf Veranstaltungen. Manche haben eigentlich einen sehr formalen Charakter, wie beispielsweise in dieser Woche die Amtseinsetzung von Bürgermeisterin Juliane Ulbert in Nattheim. Trotzdem war hier sehr viel menschliche Nähe und ein extrem gutes Miteinander zu spüren. Die „Neue“ war vielen schon als frühere Kollegin oder als aktive Feuerwehrfrau bekannt. Die Wertschätzung wurde in den Ansprachen deutlich.

Mit guten Worten, Wünschen und Weisheiten: Nattheims neue Bürgermeisterin Juliane Ulbert wurde ins Amt eingesetzt
Nur drei Wochen zuvor wurde in Hermaringen ein neuer Bürgermeister begrüßt. Und auch Lennart Schmeißer startete mit einem großen Vertrauensvorschuss einer offensichtlich sehr engen Dorfgemeinschaft in sein neues Amt. Ein gutes und gelebtes Miteinander ist also durchaus möglich und vorhanden.

So herzlich wurde Lennart Schmeißer als neuer Bürgermeister in Hermaringen empfangen
Und die beiden Neuen in der Runde der Bürgermeister im Landkreis Heidenheim haben den bestmöglichen Start bekommen, den man sich vorstellen kann. Wenn die Kommunikation gut bleibt zwischen Rathausspitze, Mitarbeitenden, Gemeinderat und Bürgerschaft, wird es sicher auch erfolgreich weitergehen.

