Höhere Temperaturen leiten den Sommer und damit auch die Stechmückensaison ein. Neben heimischen Arten findet man zunehmend auch die Asiatische Tigermücke in den wärmeren Gebieten Baden-Württembergs. Diese ist tagaktiv, besonders stichfreudig und kann tropische Infektionskrankheiten übertragen.
Daher ruft das Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit gemeinsam mit Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Im vergangenen Jahr wurde die Asiatische Tigermücke in zwei weiteren Stadt- und Landkreisen zu den zuvor bekannten Fällen nachgewiesen. Damit gilt inzwischen mehr als die Hälfte Baden-Württembergs als betroffen. Auch im Landkreis Heidenheim sind auf einer Karte des Ministeriums vereinzelte Vorkommen verzeichnet.
Eigentlich aus den Tropen
Die ursprünglich aus Südostasien stammende Tigermücke profitiert hierzulande von milderen Wintern und wärmeren Sommern, teilt das Ministerium mit.
Die Tigermücke kann tropische Infektionserreger wie das Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus übertragen. Eine Infektion ist jedoch nur möglich, wenn eine Tigermücke zuvor einen infizierten Reiserückkehrenden gestochen hat. Bisher wurden in Baden-Württemberg jedoch keine tropischen Krankheiten durch Tigermücken übertragen, das Risiko gilt als gering.
Der richtige Schutz
Mit Blick auf den Beginn der Ferien- und Urlaubssaison ist es also wichtig, dass man sich während des Urlaubs in tropischen und subtropischen Ländern gar nicht erst ansteckt. Dr. Sigrun Rich, Leiterin der Abteilung Pharmazie der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, empfiehlt Repellentien mit DEET oder Icaridin sowie lange Kleidung als wirksamen Schutz.
Wer aus den Tropen zurück in die Heimat kommt, soll in den ersten zwei Wochen nach seiner Rückkehr besonders auf Mückenschutz achten und den Arzt über das Reiseland informieren. Hausarzt und Klimaschutzbeauftragter der Landesärztekammer Baden-Württemberg Dr. Robin Maitra betont: „Sobald Fieber oder andere Erkrankungszeichen auftreten, sollte man beim Hausarzt mit dem Hinweis auf das Reiseland vorstellig werden.“
Ganz unabhängig vom Urlaub gilt: Potenzielle Brutstätten sollten vermieden werden. Dabei handelt es sich um jegliche kleine Wasseransammlungen im Garten, Hof oder auf dem Balkon, wie Gießkannen oder Regentonnen. Daher sollte man Wasserbehälter im Freien entweder verschließen, regelmäßig leeren oder entfernen. Vogeltränken oder Hundenäpfe sollte man wöchentlich leeren und mit frischem Wasser befüllen. Wasserbehältnisse, die nicht regelmäßig entleert werden können, sollten alle 14 Tage mit Bti-Tabletten behandelt werden, die gezielt gegen Mückenlarven wirken und für Menschen, andere Tiere und Pflanzen unbedenklich sind.
Wie erkennt man Tigermücken
Die Asiatische Tigermücke ist nur drei bis acht Millimeter groß, also kleiner als eine 1-Cent-Münze, und an ihrer schwarzen Färbung mit weißen Streifen leicht zu erkennen. Auffällig ist vor allem ein weißer Längsstreifen auf Kopf und Rücken. Verdächtige Funde können über „Stich's Tigermücke“ mit Fotos oder eingesandten Exemplaren gemeldet werden. Besonders wichtig sind Meldungen aus Gebieten, in denen die Art bislang noch nicht nachgewiesen wurde, um ihre Ausbreitung möglichst genau zu erfassen.


