Die Route, die Großkuchens neue Ortsvorsteherin Linda Striebel für den Bürgerspaziergang des Oberbürgermeisters durch den Heidenheimer Ortsteil abgesteckt hatte, war ganz dazu geeignet, Erfolge herauszustellen. Von der frisch sanierten Grundschule über das Rathaus, in dem gerade Platz für eine neue Kita-Gruppe geschaffen wird bis zum Baugebiet „Langgewand“: „Ich glaube, wir haben hier ganz tolle Projekte realisiert“, so Oberbürgermeister Michael Salomo.
Die Ertüchtigung der Grundschule, in der in vier Klassen insgesamt 55 Kinder unterrichtet werden und bei der schwerer Schneefall einen Dachschaden verursacht hatte, ließ sich die Stadt Heidenheim 2,8 Millionen Euro kosten. Während der Sanierung von Oktober 2022 bis Oktober 2023 wurde das Gebäude quasi komplett entkernt und dann wieder neu hergerichtet. Inklusive Wärmedämmung, Wärmepumpe und Fotovoltaikanlage. Im Rahmen des Bürgerspaziergangs kündigte Salomo für das nächste Jahr zudem die Sanierung der Außenanlagen an.
Nur einen Steinwurf entfernt konnte man danach im Rathaus die bereits begonnenen Umbauarbeiten für die Schaffung einer zusätzlichen Kita-Gruppe registrieren. Die Verwaltung gibt hier eigene Räumlichkeiten an die Kita ab. Die Umbauarbeiten lässt sich die Stadt Heidenheim bis zu 80.000 Euro kosten. Und im Baugebiet „Langgewand“ konnte Salomo verkünden, dass alle Bauplätze verkauft seien. Weswegen die Stadt auch eine Erweiterung dieses Baugebietes vorbereitet.
Bis zu 80 Einfamilienhäuser - wahlweise auch Mehrfamilienhäuser - seien hier vorstellbar, so Salomo. Der Vorteil sei, dass die Stadt bereits Eigentümer der 6,6 Hektar großen Fläche sei, die momentan noch landwirtschaftlich genutzt wird, „das freut mich ganz besonders. Denn normalerweise braucht man allein für den Flächenerwerb bis zu zwei Jahre“, ergänzte der Oberbürgermeister. Je nach Dauer der Verabschiedung eines Aufstellungsbeschlusses könne man das Projekt „relativ zügig umsetzen. Ich glaube, das ist einer der ganz großen Erfolge für Großkuchen“.
Wir entwickeln uns hier sonst zu einem Donut-Dorf, außen herum alles schön neu und innen drin stirbt alles aus.
Tobias Hafner, Ortschaftsrat
Ortschaftsrat Tobias Hafner begrüßte zwar diese Form der Ortsentwicklung, wies zugleich aber auch auf das Problem unbebauter Lücken im Ortskern hin. „Wir entwickeln uns hier sonst zu einem Donut-Dorf, außen herum alles schön neu und innen drin stirbt alles aus“. Hafner kritisierte zudem, dass die geplante Erweiterung des Baugebietes in einem Risikogebiet liege. Wenn es einmal zu einem Starkregenereignis komme, „dann säuft die Fläche hier als erste ab“. Der Verwaltung sei diese Tatsache bekannt, sagte Ralf Käpplinger, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, und man werde im Rahmen des Bebauungsplanes darauf reagieren, „dann muss ein Schutzkonzept mit entsprechender Verrohrung entwickelt werden“.
Ein Bürger kritisierte den Zustand des Radweges in Richtung Neresheim, dieser werde nie gereinigt und es gebe auch keinen Winterdienst. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr wies den Oberbürgermeister darauf hin, dass einige Hydranten im Ortsbereich nur sehr schlecht oder gar nicht nutzbar seien, weil sie zu tief im Erdboden eingelassen seien. Auch das leidige Thema Breitbandversorgung wurde angesprochen, „bei Glasfaserkabel tut sich leider gar nichts“, sagte ein Bürger. Der OB verwies darauf, dass die Telekommunikationsunternehmen jederzeit tätig werden könnten, „die brauchen da nicht einmal eine Genehmigung der Stadt“.
Debatte um Anzahl der Sitze
Kurios wurde es dann zum Schluss des Spaziergangs. Ein Bürger beklagte über ein Jahr nach der Kommunalwahl noch einmal den Umstand, dass die unechte Teilortswahl in Großkuchen abgeschafft worden sei und der Ortsteil nun nur noch mit einem Sitz im Gemeinderat vertreten ist. Und nicht mehr mit zwei, wie es im Eingemeindungsvertrag ursprünglich einmal fixiert worden war. Der OB entgegnete, dass Gemeinderäte ohnehin immer dem Gesamtwohl einer Stadt verpflichtet seien und nicht nur den Interessen eines Ortsteils. Zudem sei die rechtliche Situation heutzutage eine ganz andere als zu Zeiten des Abschlusses des Eingemeindungsvertrages.