Michael Kolb ist seit 111 Tagen Landtagsabgeordneter, als er beim Pressegespräch von seinen ersten Monaten in Stuttgart erzählt. Wer den CDU-Politiker vor allem als eher ernsten Mann erlebt, lernt an diesem Nachmittag auch eine andere Seite kennen. Kolb erzählt ausführlich, positioniert sich, scherzt, schweift ab und kommt zurück zum Thema. Dabei wird deutlich, wie er seine neue Rolle versteht: Er will nicht um jeden Preis auffallen, sondern etwas bewirken.
„Sinnlose Show zu machen, ist nicht mein Stil“, sagt er, als das Gespräch auf Varta kommt. Das insolvente Unternehmen hat einen Standort in Dischingen. Kolb ist zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern und dem Bürgermeister eingeladen. Wer das Unternehmen oder Teile davon kaufe, darauf habe die Politik wenig Einfluss. Trotzdem wolle er sich informieren und herausfinden, wo er etwas bewegen könne. „Ich will dann schon da ansetzen, wo ich einen Hebel habe.“ Manchmal seien es nur kleine Hebel – aber dann bewege sich wenigstens etwas.
