Wie er dazu kam, auf Rezepte ausgerechnet den Namen eines Arztes aus Giengen zu schreiben, der gar nicht mehr praktiziert, wurde in einer Verhandlung vor dem Heidenheimer Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Dr. Christoph Edler nicht geklärt. Der Angeklagte räumte zwar die ihm vorgeworfenen Taten ein, zu Details der ihm angelasteten Urkundenfälschung und des Handelns mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wollte er aber nichts weiter sagen.
Zwei Zeugen kamen für ihre Aussagen im Verfahren gar aus Thüringen: Im Wartburgkreis hatte der heute 31-jährige Nattheimer, der im Osten der Republik arbeitete, im Herbst 2024 eine Apotheke betreten, um ein Rezept einzulösen. Das Medikament, das er wollte: Tilidin. Dabei handelt es sich um ein stark wirksames Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das Abhängigkeitspotenzial birgt. 100 Tabletten waren auf dem Rezept aufgeführt, verschrieben von eben jenem Arzt aus Giengen, der schon länger nicht mehr praktiziert.
