Leserbrief

Spritpreise treiben vielen Bürgerinnen und Bürgern die Zornesröte ins Gesicht

Leserbrief zu den aktuellen Kraftstoffpreisen.

Die aktuellen Spritpreise treiben vielen Bürgerinnen und Bürgern die Zornesröte ins Gesicht. Preise von über zwei Euro pro Liter sind längst keine Ausnahme mehr, sondern trauriger Alltag. Gleichzeitig hat man als Betroffener immer stärker das Gefühl: Die Politik diskutiert zwar viel – handelt aber nicht um den Bürger zu entlasten.

Zwar wurden Maßnahmen beschlossen, etwa die Regel, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen dürfen. Doch diese Eingriffe zeigen bislang kaum Wirkung, denn die Preise steigen weiter, und für viele Pendler, Familien und kleine Betriebe bleibt die Belastung enorm.

Besonders frustrierend ist, dass seit Wochen immer wieder dieselben Vorschläge im Raum stehen: Tankrabatt, Steuersenkung, Preisdeckel oder Übergewinnsteuer. Doch konkrete und spürbare Entlastungen lassen auf sich warten. Stattdessen wird geprüft, diskutiert und vertagt. Bedenkt man, dass der Staat über 60 % am Verkaufspreis verdient, mit Energiesteuer (ca. 65,45 C/Liter bei Benzin, ca. 47,04C/Liter bei Diesel), CO₂-Steuer (ca. 15,7 bis 18,7C/Liter) und der Mehrwertsteuer in Höhe von 19 %? Allein an der Mehrwertsteuer erwarten Ökonomen lt. Welt vom 09.04.2026 Mehreinnahmen von 490 Millionen Euro.

Kein Wunder, dass laut Umfragen rund drei Viertel der Bevölkerung der Meinung ist, die Regierung tue nicht genug gegen die hohen Spritpreise und treibe ihre vermeintlichen Wähler in andere politische Richtungen, egal wie man zu diesen steht. Auch helfen globale Aussagen der aktuellen Regierung über Absagen von Sofort-Hilfen nicht weiter.

Natürlich spielen internationale Krisen und steigende Ölpreise eine große Rolle. Aber genau deshalb wäre entschlossenes, politisches Handeln gefragt. Andere Länder zeigen, wie z.B. Polen, Italien und Kroatien, dass kurzfristige Entlastungen möglich sind – etwa durch Steuersenkungen oder Preisbegrenzungen.

Was fehlt, ist der politische Wille, schnell und wirksam einzugreifen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass die Last einseitig bei den Bürgern abgeladen wird, während die Konzerne und die Politik weiter von den Mehreinnahmen profitieren.

Da die Menschen in Deutschland überdurchschnittlich durch Steuern belastet werden brauchen wir keine weiteren Debatten – wir brauchen spürbare Entlastung. Und zwar jetzt und nicht irgendwann. Ginge es um eine Diätenerhöhung, wäre wahrscheinlich schnell eine Mehrheit gefunden.

Udo Leretz, Giengen