Mit dem Camper oder dem Wohnmobil auf Reisen gehen, liegt seit einiger Zeit im Trend. Auch Giengens Innenstadt kann von den Reisenden auf vier Rädern angesteuert werden. Seit Ende 2020 werden acht Stellplätze am Brenzufer angeboten. Der Platz ist ganzjährig geöffnet. Die maximale Aufenthaltsdauer liegt bei drei Übernachtungen.
Nach Auskunft der Stadtverwaltung erfreut sich der Platz großer Beliebtheit und wird von Wohnmobilreisenden vorwiegend hinsichtlich Lage und Ausstattung gelobt. Seit Eröffnung des Stellplatzes hätten sich die jährlichen Übernachtungszahlen sukzessive gesteigert.
Bis jetzt sechs Euro/Nacht
Mit Eröffnung des Stellplatzes wurde eine Wohnmobilstellplatzordnung verabschiedet, in der
eine Parkgebühr in Höhe von sechs Euro pro Fahrzeug und Nacht festgelegt wurde. Etwas mehr
als fünf Jahre nach der Eröffnung hat die Verwaltung sich der Preise angenommen. Als Grundlage, so der Amtsleiter für Kultur, Sport und Tourismus, Andreas Salemi, sei ein Preisvergleich mit vergleichbaren Stellplätzen in der Region vorgenommen worden – beispielsweise an der Charlottenhöhle, am Itzelberger See oder auch in Bad Urach, Blaubeuren und Günzburg.
Dabei sei ersichtlich, dass sich das aktuell in Giengen erhobene Parkentgelt eher im unteren Bereich des Preisspektrums befinde. Zudem habe die Stadtverwaltung in der jüngeren Vergangenheit mehrfach den Hinweis von Wohnmobilreisenden erhalten, dass das erhobene Parkentgelt von sechs Euro pro Nacht im Vergleich zu vielen anderen Stellplätzen preiswert sei.

Giengen braut an der Zukunft: Was Giengen auf der CMT und in diesem Jahr zu bieten hat
Zunächst hatte die Verwaltung eine Erhöhung auf neun Euro vorgeschlagen, nach Beratung im Gemeinderat wurde beschlossen, auf zehn Euro aufzurunden. Damit werden die Nutzungsgebühren pro Wohnmobil und Nacht um 66,67 Prozent angehoben.
Bei einem angenommenen gleichbleibenden Nutzungsverhalten wie im Jahr 2024 würden
sich, so Salemi, durch die vorgeschlagene Preiserhöhung Mehreinnahmen in Höhe von etwa 5000
Euro pro Jahr generieren lassen. Damit wäre der Stellplatz auch rentabel, denn 2024 entstanden Mehrkosten in Höhe von 1400 Euro durch Ausgaben für Instandhaltung, Baulhofleistungen und Marketing. 2023 konnten hingegen Mehreinnahmen in Höhe von etwa 3000 Euro generiert werden. Nicht verändert werden sollen hingegen die Gebühren für Strom, Wasser und Entsorgung.
Der Gemeinderat stimmte für die Änderung der Nutzungsordnung und damit für die Anhebung der Übernachtungskosten. Die Nutzungsordnung regelt ferner, dass auf dem Platz keine Anhänger, Zelte,
Wohnmobile ohne WC, Wasser- und Abwassertank oder ähnliche Fahrzeuge zugelassen sind.
Erneuerung der Einfahrt
Im Haushalt für 2026 sind weitere Ausgaben für den Wohnmobilstellplatz vorgesehen: Damit der Platz attraktiv bleibt, will die Stadt in diesem Jahr 20.000 Euro in die Erneuerung von Einfahrt und Wendebereich investieren.
Hier kommen die Wohnmobilisten her
Der überwiegende Teil der Wohnmobilisten, die in Giengen Station machen, kommt einer Statistik der Stadtverwaltung zufolge aus Deutschland. 2024 waren dies 439 Gäste; 19 kamen aus der Schweiz, fünf aus Österreich, zwei aus Italien, vier aus den Niederlanden, ein Gast kam aus Großbritannien. 396 Gäste blieben 2024 eine Nacht, 63 zwei Nächte und 16 eine Nacht.

