Das Gebäude ist fertig, eingeweiht und hat nun, da der Gemeinderat einen Beschluss gefasst hat, auch eine Benutzungsordnung. Die Rede ist vom in den modernisierten Kindergarten integrierten Stadtteiltreff. „Es ist ein sehr schönes Gebäude mit ebenso schönen Räumen geworden. Es bietet dem Kindergarten ausreichend Platz und lässt dank guter Planung viele Nutzungsmöglichkeiten zu“, so Oberbürgermeister Dieter Henle über das sanierte und erweiterte Gebäude am Erfurter Weg, das Ende 2025 eingeweiht worden war.
Wie Kulturamtsleiter Andreas Salemi am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Rathauses erklärte, sollen im Stadtteiltreff alle Nutzungen möglich sein, die von der evangelischen Kirchengemeinde und anderen Gruppen, wie dem deutsch-russischen Chor im Christian-Friedrich-Werner-Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite, bislang angeboten worden waren.
Für den Jugendtreff der Kirchengemeinde, die seit Jahrzehnten in der Memminger Wanne aktiv ist, soll es einen Raum geben, in dem Tischkicker, Tischtennisplatte und andere Gegenstände stehen bleiben können. Stadtrat Martin Hörsch (Unabhängige/Grüne) und ebenso Mitglied des evangelischen Kirchengemeinderats, sprach von „guten Kompromissen“, die gefunden wurden.
Salemi erzählte von guten Gesprächen mit den Nutzern des Werner-Hauses und deren Umzug in den neuen Stadtteiltreff. Gleichzeitig informierte er darüber, dass die Räume nachmittags auch an andere Gruppen oder Vereine vermietet werden sollen.

In Artikel 1 der Nutzungsordnung ist das wie folgt festgehalten: „Der Stadtteiltreff Memminger Wanne steht im Eigentum der Stadt Giengen an der Brenz und wird als öffentliche Einrichtung ohne Absicht auf Gewinnerzielung betrieben. Er dient dem Kindergarten Memminger Wanne als Erweiterung und wird den Giengener Vereinen und Organisationen zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Auf schriftlichen Antrag überlässt die Stadt den Stadtteiltreff darüber hinaus Dritten zur Abhaltung von Veranstaltungen kultureller und gesellschaftlicher Art zu den Bedingungen dieser Benutzungsordnung.“
Die Nutzungsordnung führt auch die Öffnungszeiten auf: Der Stadtteiltreff steht dem Kindergarten montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr zur Verfügung. Der Übungsbetrieb durch Vereine und Organisationen ist bis maximal 21.45 Uhr möglich. Der Stadtteiltreff muss einschließlich der Nebenräume spätestens um 22 Uhr vollständig geräumt sein. Veranstaltungen sind grundsätzlich bis 20 Uhr möglich. Maximal zehnmal im Jahr kann eine stadtteilbezogene Veranstaltung von der Kirche oder der Stadt bis 24 Uhr stattfinden.
Diese Zeiten schienen der Fraktionsvorsitzenden der SPD, Gaby Streicher, einigermaßen strikt. „Wir müssen das im Normalfall nicht so machen. Aber es gab im Vorfeld Einwendungen aus der Nachbarschaft und es wurde ein Lärmgutachten erstellt. Die Dezibelzahl ist begrenzt und wir wollen eher vorsichtig sein“, so Salemi. OB Henle verwies diesbezüglich auf die Lage – mitten im Wohngebiet. Man setzte auf gute Nachbarschaft.
Nach Abriss: Fläche in der Wanne bleibt frei
Die Tage des Christian-Friedrich-Werner-Hauses in der Memminger Wanne sind gezählt. Das baufällige Gebäude, das vor dem jahrzehntelangen Einsatz in Giengen schon in Schnaitheim stand, wird, so Oberbürgermeister Dieter Henle auf Nachfrage von Gabi Fetzer (CDU-Wählerblock), in diesem Jahr „entfernt“. Das Haus habe gute Arbeit geleistet.
Anschließend wird die Fläche – gemäß Bebauungsplan – frei bleiben. Für das Gebäude hatte es eine temporäre Ausnahme gegeben.


