Kommentar

Schulen in Giengen: Warum schweigen die Stadträtinnen und Stadträte?

Die Sitzung des Giengener Gemeinderats mit allein drei Tagesordnungspunkten zum Thema Schulen wäre eine gute Gelegenheit für die Stadträtinnen und Stadträte gewesen, nicht öffentlich gefasste Gedanken zu teilen. Doch stattdessen blieb es nahezu still. Chance vertan, findet Redakteur Marc Hosinner

Abriss, Neubau und Sanierung: An vielen Schulen in Giengen werden in den kommenden Jahren Bauarbeiter und ihre Maschinen zum Alltag gehören. 46 Millionen Euro sollen investiert werden, um den teils frappierenden Sanierungsstau in den Bildungseinrichtungen zu beheben.

Giengen hat vor, im Bereich Schulen am großen Rad zu drehen. Zunächst soll der Pavillon 5 an der Bühlschule abgerissen und ersetzt werden. Dann ist die Lina-Hähne-Schule dran, dann die Bergschule, die 2033 Platz für die Musikschule haben soll, und auch das Gymnasium soll nicht vergessen werden.

Diese teils neuen Perspektiven sind auch ein Ausfluss der Klausur, in die sich Gemeinderat und Verwaltung begeben haben – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Jetzt wurden erste Beschlüsse in öffentlicher Sitzung gefasst. Für die Stadträtinnen und Stadträte quer durch die Fraktionen wäre das die Möglichkeit gewesen, die hinter verschlossenen Türen getroffenen Weichenstellungen öffentlich, wenn schon nicht zu diskutieren, dann mindestens zu erklären. Warum stimmen die Fraktionen für den Verbleib der Förderschule an der Bergschule? Wie sehen sie die Perspektive für die Lina-Hähnle-Schule im Spagat zwischen Sanierung und Neubau? Wie groß ist die Freude über die anvisierte Rückkehr der Musikschule ins Zentrum der Stadt.?

Doch es blieb erstaunlich ruhig im Sitzungssaal. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast annehmen, man habe den sonst durchaus zur Debatte fähigen Rätinnen und Räten beim Thema Schulen, das drei Tagesordnungspunkte umfasste, einen Maulkorb verpasst.

So wurde eine Chance vertan, die Öffentlichkeit mitzunehmen auf dem Weg zur Entscheidung. Oder war die verbale Zurückhaltung Ausdruck von Skepsis, ob die ambitionierten Ziele auch eingehalten werden? Dass Pläne für Schulgebäude länger in Schubladen verharren als gedacht, ist in Giengen schließlich schon vorgekommen.

Weil die Jakob-Herbrandt-Schule in der Stadt bleibt, fällt der Neubau als Ersatz für den Pavillon 5 (links oben im Bild) an der Bühlschule kleiner aus. Pavillon 6 ist derzeit im Bau (im Bild rechts unten).

Neubau, Sanierung, Umzug: Diese neuen Perspektiven gibt es für die Giengener Schulen

Der nächste Neubau an der Bühlschule in Giengens Südstadt fällt wesentlich kleiner aus als bisher gedacht. Das hat mit dem Verbleib der Förderschule in der Innenstadt zu tun. Neue Planungen gibt es auch für die anderen Bildungseinrichtungen.
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Giengen
Plan für etwa zehn Jahre