Abriss, Neubau und Sanierung: An vielen Schulen in Giengen werden in den kommenden Jahren Bauarbeiter und ihre Maschinen zum Alltag gehören. 46 Millionen Euro sollen investiert werden, um den teils frappierenden Sanierungsstau in den Bildungseinrichtungen zu beheben.
Giengen hat vor, im Bereich Schulen am großen Rad zu drehen. Zunächst soll der Pavillon 5 an der Bühlschule abgerissen und ersetzt werden. Dann ist die Lina-Hähne-Schule dran, dann die Bergschule, die 2033 Platz für die Musikschule haben soll, und auch das Gymnasium soll nicht vergessen werden.
Diese teils neuen Perspektiven sind auch ein Ausfluss der Klausur, in die sich Gemeinderat und Verwaltung begeben haben – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Jetzt wurden erste Beschlüsse in öffentlicher Sitzung gefasst. Für die Stadträtinnen und Stadträte quer durch die Fraktionen wäre das die Möglichkeit gewesen, die hinter verschlossenen Türen getroffenen Weichenstellungen öffentlich, wenn schon nicht zu diskutieren, dann mindestens zu erklären. Warum stimmen die Fraktionen für den Verbleib der Förderschule an der Bergschule? Wie sehen sie die Perspektive für die Lina-Hähnle-Schule im Spagat zwischen Sanierung und Neubau? Wie groß ist die Freude über die anvisierte Rückkehr der Musikschule ins Zentrum der Stadt.?
Doch es blieb erstaunlich ruhig im Sitzungssaal. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast annehmen, man habe den sonst durchaus zur Debatte fähigen Rätinnen und Räten beim Thema Schulen, das drei Tagesordnungspunkte umfasste, einen Maulkorb verpasst.
So wurde eine Chance vertan, die Öffentlichkeit mitzunehmen auf dem Weg zur Entscheidung. Oder war die verbale Zurückhaltung Ausdruck von Skepsis, ob die ambitionierten Ziele auch eingehalten werden? Dass Pläne für Schulgebäude länger in Schubladen verharren als gedacht, ist in Giengen schließlich schon vorgekommen.
