Dieser Eingriff in das Straßennetz dürfte für Verkehrsteilnehmer deutlich spürbar werden: Im Vorgriff auf die Sanierung der Planiestraße samt Memminger Straße müssen die Achsen, die als Umleitung dienen, ertüchtigt werden. Dazu zählen auch die Hähnlestraße und die Steinwiesenstraße.
Über beide Straßen rollt täglich viel Verkehr, entweder vom und ins Ried, oder als „Abkürzung“ aus und in Richtung Allewind.
Im März sollen die Arbeiten, so Helmut Schönberger vom städtischen Tiefbauamt, vom Gemeinderat vergeben werden. Stimmt das Gremium zu, könnte im April begonnen werden. In mehreren Abschnitten soll bis etwa November alles erledigt sein.

Sowohl die Hähnle-, als auch die Steinwiesenstraße sind zum Teil in einem sehr schlechten Zustand. Bei der Hähnlestraße funktioniere, so Schönberger, die Entwässerung nicht mehr reibungslos, was den Zustand nicht verbessere. Vom Kreuzungsbereich mit der Badstraße sollen die Arbeiten starten, wobei auch die Stadtwerke zur Tat schreiten und neben Hauptleitungen von Gas und Wasser auch Anschlüsse an Häuser erneuern wollen.
„Wir planen, von Kreuzungsbereich zu Kreuzungsbereich zu sanieren, um den Verkehr so weit wie möglich aufrechtzuerhalten“, sagt der Mitarbeiter des Tiefbauamtes. Der neuralgischste Punkt dürfte der Kreuzungsbereich Hähnlestraße/Riedstraße sein. Von dort gehen die Arbeiten weiter, geradeaus zwischen Ziegler-Gelände und Autohaus, bis zum Abzweig Steinwiesenstraße, die anschließend saniert werden soll. „Der Zustand dieser Straße ist richtig schlecht. Wir müssen oft ausbessern“, so Schönberger.
Ebenfalls im Frühjahr soll die eigentlich für den vergangenen Herbst geplante Sanierung der Lederstraße starten. Das Vorhaben wurde um ein halbes Jahr verschoben, da sich die Stadtwerke eingeschaltet haben und sich mit Leitungsbau an die Arbeiten der Stadt dranhängen wollen.

Diese Auswirkungen wird Giengens größte Straßenbaustelle der vergangenen Jahrzehnte haben
Über die Leder-, Steinwiesen- und die Hähnlestraße soll der Verkehr fließen, wenn die Landesstraße durch Giengen saniert wird. Es stehen neue Geh- und Radwege auf einer Fläche von 10.500 Quadratmetern, Straßenbau auf einer Fläche von 12.000 Quadratmetern sowie eine Fahrbahndeckenerneuerung auf 20.000 Quadratmetern auf dem Programm. „Wir sind mit unseren Planungen nahezu durch und haben unterschiedliche Varianten erarbeitet. Wir müssen dann weitere Gespräche mit dem Regierungspräsidium führen, auch über Kostenübernahmen. Das wird noch einige Monate in Anspruch nehmen“, so Schönberger zum Stand hinsichtlich der Sanierung der Planie- und Memminger Straße.
Größere Vorhaben, die auch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, sind unter anderem die Neugestaltung der Friedrich-List-Straße beim Schulcampus in der Schwage, der Bau neuer Radabstellmöglichkeiten beim Bahnhof sowie die Erschließung des Baugebietes Neue Schule in Sachsenhausen.
So hat sich der Zustand der Straßen über die Jahre verändert
Insgesamt umfasst das Straßennetz in Giengen samt den vier Teilorten etwa 1,6 Millionen Quadratmeter und wird in etwas mehr als 6400 Straßenabschnitte gegliedert. Manche Abschnitte sind in sehr gutem Zustand, über andere rollt es sich eher mittelmäßig und bei wieder anderen besteht dringend Handlungsbedarf. Alle Straßen und ihre Unterabschnitte sind bei der Stadt in fünf unterschiedliche Schadensklassen – von gut bis sehr schlecht – eingeteilt. Bei Straßen in der Klasse 1 besteht kein Sanierungsbedarf und ein geringer Aufwand für den Unterhalt. Je höher die Klasse, desto größer der Unterhaltungsaufwand und die Notwendigkeit zum Sanieren.
In der Klasse 1 waren Angaben der Stadtverwaltung zufolge 2014 noch 30,9 Prozent der Straßenabschnitte, elf Jahre später, 2025, konnte der Wert auf 35,7 Prozent gesteigert werden. In die Kategorie 5 entfielen demnach 2014 3,6 Prozent des Straßennetzes. Bis 2025 konnte der Wert auf 0,9 Prozent gesenkt werden.

