Wenn in wenigen Wochen auch in Aalen das „Keyf-et“ eröffnet, ist der 30-jährige Cagatay Yilmaz aus Giengen Geschäftsführer von drei Döner-Restaurants und Chef von nahezu 40 Beschäftigten. Vor etwa neun Jahren, als die Familie an der Langen Straße ihren ersten gastronomischen Betrieb eröffnete, war das nicht unbedingt absehbar.
„Mein Vater belieferte damals schon viele Jahre türkische Restaurants. Meine Mutter wollte aber, dass er nicht mehr so häufig unterwegs ist. Außerdem hatten wir immer mal wieder Probleme mit der Vermietung des Erdgeschosses in unserem Wohnhaus an der Langen Straße“, erinnert sich Yilmaz. Die Idee: Als Familie selbst ein Restaurant eröffnen. „Also probierten wir das im Mai 2017 aus“, sagt der Gastronom, der damals eigentlich studierte und am ersten Tag an der Kasse ein wenig überfordert war. Der Name des Grill-Restaurants: „Keyf-et“, was frei übersetzt so viel wie Fleischgenuss bedeutet.
Umfangreiches Gastro-Wissen
Mittlerweile hat Cagatay Yilmaz einen Studienabschluss in Betriebswirtschaft und hat sich, das wird im Gespräch deutlich, ein umfangreiches Gastro-Wissen im Bereich Döner-Restaurants und Döner-Schnellimbiss angeeignet. „Wir haben uns viel selbst beigebracht und im Gegensatz zu anderen auch Steakfleisch angeboten, nehmen andere und deutlich mehr Zutaten und Soßen als die Konkurrenz. Wichtig ist, sich immer weiterzuentwickeln. Qualität der Ware, Freundlichkeit des Personals und Hygiene sind die Grundvoraussetzungen, um erfolgreich zu sein“, sagt Cagatay Yilmaz, dessen jüngerer Bruder Umut mittlerweile auch eingestiegen ist und viel Social-Media-Inhalte über „Keyf-et“ und die Produkte liefert.
Mehr Schnellrestaurant als normaler Döner
In Giengen hatte sich das Restaurant, in dem auch abgeholt werden kann, recht schnell etabliert. Der Geschäftsführer hat sich in den vergangenen Jahren viel umgesehen, war bei Eröffnungen in anderen Städten dabei und fasste den Beschluss, einen zweiten Laden zu eröffnen, der sich vom Konzept des „Baby“ in Giengen unterscheiden sollte, in dem er mehr in Richtung Schnellrestaurant gehen sollte – mit Döner und Burger im Angebot.

Das wird es bald in der ehemaligen Nordsee-Filiale in der Heidenheimer Fußgängerzone geben
Fündig wurde er in der Hauptstraße von Heidenheim, in der ehemaligen Nordsee. „Ich habe einen eher vorsichtig kalkulierten Businessplan ausgearbeitet und hatte eigentlich nicht gedacht, dass die Bank mitgehen würde. Dass es doch geklappt hat, war unglaublich gut für mich und die Familie. Ich bin sehr dankbar“, so der Geschäftsführer. Knapp ein Jahr gibt es nun „Keyf-et“ in der Heidenheimer Fußgängerzone. Der Start sei perfekt gewesen und auch jetzt seien Kundenzahl und Umsatz deutlich höher als veranschlagt.
„Ich hatte meiner Frau eigentlich versprochen, dass es keine weitere Filiale geben wird. Doch viele unserer Kunden kommen aus der Region und fragen, wann wir bei ihnen aufmachen. In Aalen habe ich im ehemaligen Backwerk in der Nähe des Bahnhofs einen sehr guten Standort ausfindig gemacht“, so der 30-Jährige. Dort wird derzeit umgebaut und im März soll – im Stil des Heidenheimer Ladens – an der Bahnhofstraße eröffnet werden. Neben Döner und Burgern soll es auch eine besondere Pizza-Variante geben. In Planung sei zudem ein Kimchi-Burger.
Als Nächstes ein Franchise-System?
Mit der Eröffnung von Geschäft Nummer drei soll dann wirklich Schluss sein. „Ich denke aber darüber nach, mit einem Franchise-System weiterzuwachsen. Interessenten gibt es schon“, sagt der 30-Jährige. Das Konzept, so Yilmaz voller Überzeugung, könne in vielen Städten funktionieren.
Standort Giengen wird wenige Tage geschlossen und renoviert
Nach der Eröffnung in Aalen will Geschäftsführer Cagatay Yilmaz das Geschäft in Giengen für etwa zwei Wochen schließen. „Nach neun Jahren werden wir hier renovieren und noch mehr den Restaurant-Charakter hervorheben“, so der 30-Jährige. Zudem werde ein Steinbackofen eingebaut.

