Malischke kennt man. Malia ist hier und da auch schon ein Begriff. Nun kommt Malía. Mit Akzent auf dem „i“. Hinter diesen drei Personen steckt eigentlich nur eine einzige, und die kommt hierzulande ganz ohne Akzent, höchstens mit etwas Dialekt, aus: Jule Malischke, gebürtige Söhnstetterin, leidenschaftliche Gitarristin und seit nunmehr fast zehn Jahren Organisatorin des Giengener Gitarrenfestivals.
Vor knapp einem Jahr verkündete Jule Malischke, ab sofort unter dem Künstlernamen Julie Malia aufzutreten. Damit reagierte sie auf ihre wachsende internationale Karriere und auf den Umstand, dass im Ausland kaum jemand in der Lage zu sein scheint, ihren Namen korrekt auszusprechen. Weil es mit der gewünschten Betonung auf dem „i“ in „Malia“ aber immer noch etwas haperte, gibt’s inzwischen ebenjenen Akzent auf dem Buchstaben.
Inzwischen nur noch mit Künstlernamen
Ein Jahr lang fuhr Julie Malía sozusagen zweigleisig. „Julie Malía aka Jule Malischke“ prangte auf ihrer Website und auf Bannern bei Konzerten. „Auf Dauer ist es aber einfach zu schwer, mit zwei Namen unterwegs zu sein“, weiß die Musikerin heute. Weswegen sich die Übergangsphase nun dem Ende zuneigt, perspektivisch will Malía nur noch ihren neuen Künstlernamen nutzen, sowohl bei Auftritten als auch bei ihren Platten. „Eigentlich tut man so was ja am Anfang seiner Karriere und nicht erst, wenn man schon 15 Jahre lang Musik macht“, erzählt Malía und lacht.
Gelohnt hat sich dieser vergleichsweise späte Sinneswandel dennoch. Vor zwei Jahren unternahm die Gitarristin mit ihrem Musikerkollegen Don Ross eine mehrwöchige Konzerttournee entlang der kanadischen und US-amerikanischen Westküste. 2025 knöpfte sich Julie Malía die Ostküste dieser beiden Länder vor und gab darüber hinaus in sieben europäischen Ländern rund 70 Konzerte.

Das alles tat und tut Malía mit einem klaren Ziel vor Augen: „all-in“ zu gehen, sagt sie. Über den großen Teich hinauszublicken, „um meine internationale Karriere weiter auszubauen“. Das sei schon immer ein Lebenstraum von ihr gewesen. Derzeit verdient Julie Malía ihren Lebensunterhalt allein mit der Musik, mit ihren Auftritten. Ihre Anstellung als Dozentin an der Musikhochschule in Dresden ruht aus Zeitgründen.
Auch wenn der Fokus klar auf dem Ausland liegt, weiß die gebürtige Söhnstetterin ganz genau, wo ihre Wurzeln liegen, freilich auf der Ostalb: „Ich bin eine von dort und das werde ich auch immer bleiben“, bekräftigt sie. „Selbst wenn die Leute jetzt denken, dass ich durchdrehe, nur weil ich in Kanada spiele“, sagt sie und lacht.
Ich bin eine von dort und das werde ich auch immer bleiben.
Julie Malía, über ihre Verbundenheit zur Ostalb
Diese Verbundenheit drückt sie unter anderem durch das Giengener Gitarrenfestival aus, welches dieses Jahr vom 27. Februar bis 1. März in der Schranne stattfindet. Dort wird Julie Malía einem Menschen gedenken, den man getrost als ein Vorbild in Sachen Gitarrenspiel bezeichnen könnte: dem amerikanischen Jazzgitarristen Ralph Towner, der gerade erst Mitte Januar im Alter von 85 Jahren verstorben ist.
Vor knapp zweieinhalb Jahren coverte Malía bei einem Auftritt in Neuburg Towners Song „If“. Diese Interpretation bekam der Jazzgitarrist zu Lebzeiten noch zu sehen, woraufhin er Malía in sein Zuhause nach Rom einlud. „Ich durfte auf seiner Gitarre ein Stück für Ralph Towner spielen“, erzählt Malía. Der 85-Jährige sei zu Tränen gerührt gewesen und habe ihr sogar seine finale unveröffentlichte Komposition mitgegeben. „Dieses Projekt, diese Mission möchte ich zu Ende führen.“
Es ist eines von vielen Projekten, die Julie Malía derzeit umtreiben. Vergangenes Jahr kam etwa eine Crossover-Gitarre als Julie-Malía-Signature-Modell „JM“ auf den Markt. Die Tour-Gitarre entstand auf Anfrage des Instrumentenbauers „Duke“ und gemeinsam mit Malía, welche zudem zum Gesicht der Marke wurde. Die erste Auflage mit mehr als 70 Stück ist bereits ausverkauft.
Für kommendes Jahr steht eine erneute Reise nach Kanada an, dieses Mal, um zusammen mit Don Ross ein Album aufzunehmen. Die Verbindung zu Ross entstand im Übrigen ebenfalls durch den Ralph-Towner-Coversong.
Neue Konzertreihe in der Waldorfschule Heidenheim?
Und damit nicht genug: Neben Touren, Albumaufnahme und natürlich dem Giengener Gitarrenfestival plant Julie Malía einen weiteren musikalischen Stopp in ihrer Heimatregion. Im November dieses Jahres findet in der Waldorfschule Heidenheim ein Konzert der Gitarristin statt – womöglich, so Malía, entwickle sich daraus direkt eine ganze Konzertreihe.
Infos zum Giengener Gitarrenfestival
Karten für das Giengener Gitarrenfestival vom 27. Februar bis 1. März sind im Vorverkauf unter anderem im Pressehaus in Heidenheim, unter hz-ticketshop.de sowie über Reservix erhältlich. Weitere Informationen zum gesamten Festivalprogramm inklusive Konzerten, Workshops und Ausstellungen gibt es unter juliemalia.com.

