Kommentar von Jana Durner

Gut gedacht, schlecht beworben: Das Giengener ÖPNV-Taxi wird kaum genutzt

Das ÖPNV-Taxi soll in Giengen und Dischingen Lücken im Nahverkehr schließen. Eigentlich eine sinnvolle Idee – doch die Bewerbung des Angebots bleibt halbherzig. So kann ein Pilotprojekt kaum erfolgreich sein, findet Jana Durner in ihrem Kommentar.

Das ÖPNV-Taxi in Giengen und Dischingen ist eigentlich ein gutes Angebot für die Mobilität. Es schließt die Lücke, wenn Busse und Bahnen nicht mehr fahren – genau dann, wenn Jugendliche, Menschen ohne Auto oder Schichtarbeitende besonders auf flexible Verbindungen angewiesen sind. Die Idee ist gut. Doch die Realität zeigt: Ein Angebot nützt wenig, wenn es nur wenige wahrnehmen.

Zwar informiert das Landratsamt seit vergangenem Dezember über die Webseite, Pressemitteilungen, Amtsblätter und Social Media über das neue Angebot und möchte nun mit Plakaten und Postkarten darüber informieren, doch die bisherige Werbung brachte nicht gerade viele Nutzerinnen und Nutzer. 

In ein paar Bussen und an einigen Haltestellen gibt es kleine Plakate – an vielen fehlen jedoch Wartehäuschen und damit die Möglichkeit, überhaupt etwas auszuhängen. Wer sich auf diese Art der Information verlässt, erreicht meist nur einen Bruchteil der Menschen, die das Angebot nutzen könnten.

Per Handy-App kann seit Dezember in Giengen und Dischingen das ÖPNV Taxi gerufen werden.

Wie man in Giengen und Dischingen zu Bus-Preisen auch Taxi fahren kann

Wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, stößt oft auf das Problem, dass es zum passenden Zeitpunkt keine passenden Verbindungen gibt. Das ÖPNV-Taxi, das seit Dezember in Giengen unterwegs ist, soll dieses Problem nun lösen. Wie es funktioniert:
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Giengen/Dischingen
Seit Dezember

Das erklärt zumindest zu einem großen Teil die bislang niedrigen Nutzerzahlen. Nicht, weil der Service oder das Angebot im Gesamten schlecht wäre, sondern weil schlicht einfach zu wenig Menschen davon wissen.

Das ÖPNV-Taxi könnte ein wertvoller Bestandteil eines flexibleren Nahverkehrs werden. Doch dafür muss es sichtbar sein. Solange Informationen nur an ausgewählten Haltestellen hängen und digital im Hintergrund untergehen, bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Denn am Ende ist einfach Fakt: Man kann nicht erwarten, dass ein Pilotprojekt genutzt wird, wenn kaum jemand davon weiß.