Bei Eiseskälte und mit Schnee bedeckten Plätzen ist an Fußball auf dem Schießberg momentan nicht zu denken. Und doch hat das Thema Giengens Leiter des Amtes für Kultur, Tourismus und Sport in den vergangenen Tagen beschäftigt.
Denn in Bezug auf die Sportplätze kommen passenderweise zwei Absichten zueinander: Die Stadt hat nach Beschluss des Gemeinderats vor, den hinteren der Fußballplätze, der an die Tennisanlage angrenzt, in einen Kunstrasenplatz zu verwandeln. 1,8 Millionen Euro fallen dabei wohl an Kosten an. Die Stadt hofft, für das Vorhaben einen nicht unbeachtlichen Teil an Zuschüssen zu erhalten. Möglich machen soll das ein Programm des Bundes, das für Giengen zum richtigen Zeitpunkt kommt: Der Deutsche Bundestag hat mit Beschluss des Bundeshaushalts 2025 in einer ersten Tranche Programmmittel in Höhe von 333 Millionen Euro für das neue Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) bereitgestellt.
Mit den Mitteln soll eine Förderung investiver Vorhaben der Kommunen für Sportstätten mit besonderer
regionaler oder überregionaler Bedeutung ermöglicht werden. Für Giengen wichtig: Der Bund fördert bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Vorteilhaft ist obendrein: Eine Kumulierung von Förderungen für dasselbe Projekt mit Mitteln anderer öffentlicher Fördergeber, beispielsweise mit Förderprogrammen der Länder, ist möglich.
Auch Mittel des Landes beantragt
„Wir haben noch im vergangenen Jahr einen Antrag auf Fördermittel durch das Land gestellt. Hier könnten wir 120.000 Euro an Zuwendungen erhalten“, so Salemi. Und im neuen Jahr wurde dann beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine Projektskizze über ein Förderportal eingereicht. „Wir hoffen, dass wir zum Zuge kommen. Es kann aber sein, dass das Programm hoffnungslos überzeichnet ist“, so der Amtsleiter. Ab voraussichtlich März sollte Klarheit herrschen, denn dann werden die nach der Auswahlentscheidung des Haushaltsausschusses zur Förderung vorgesehenen Kommunen aufgefordert, einen Zuwendungsantrag zu stellen. Vorab wird die ausgewählte Kommune zu einem Antrags- beziehungsweise Koordinierungsgespräch eingeladen, an dem alle relevanten Akteure teilnehmen.

Streitpunkt Schießberg: knappes Ja für den Kunstrasenplatz in Giengen
Fertiggestellt sein soll der Kunstrasenplatz, so Salemi, bis 2027. Im Anschluss daran sollen zwei weitere Rasenspielplätze saniert werden. Für einen der beiden konnten jetzt auch Zuschussmittel beim Bundesprogramm beantragt werden. Im günstigsten Fall würden Mittel aus Berlin für den Kunstrasenplatz und einen der beiden Rasenplätze fließen.
Ursprünglich war Stadion-Neubau geplant
Der ursprüngliche Entwurf für den Umbau der Sportstätten auf dem Schießberg sah im Kern einen kompletten Neubau des Stadions östlich des Bergbads vor. In einer der nachfolgenden artenschutzrechtlichen Untersuchungen wurden jedoch unzulässige Eingriffe in die Natur festgestellt, allem voran in den Baumbestand. Es wurde dann eine Variante entwickelt, die vorwiegend den Bestand weiterentwickelt. Der Kunstrasenplatz soll demnach in einem ersten Schritt den alten Rasenplatz südlich der TC-Tennisplätze ersetzen. Die beiden Rasenplätze beiderseits des Asphaltsträßchens sollen saniert oder erneuert werden. Zwischen den drei Plätzen soll dem Konzept zufolge ein Funktionsbau entstehen, etwa für Umkleiden und Toiletten.
In einem nächsten Schritt soll das Stadion saniert werden, gefolgt von Sanierung und Umbau des TSG-Gebäudes, das zudem einen multifunktionalen Anbau erhalten soll. Das Funktionsgebäude des TC Giengen ist nach Ansicht der Planer nicht sanierungsfähig und müsste ersetzt werden. Umbauten sind auch im SC-Gebäude angedacht.

