19. Auflage

Dieses Fazit zieht das Organisationsteam der Vesperkirche 2026 in Giengen

Während in Heidenheim noch aufgetischt wird, ist die Vesperkirche 2026 in Giengen schon wieder vorbei. Das Motto scheint in der Stadtkirche voll aufgegangen zu sein.

Nahezu 270 Essen am Tag wurden im Schnitt bei der 19. Auflage der Vesperkirche in Giengen serviert. Heißt auch: Um die 4000 Menschen wurden in 15 Tagen im Gotteshaus satt. „Das sind noch einmal mehr als im Jahr davor“, sagt Maria Konold-Pauli vom Organisationsteam. 2025 hatte es schon einen deutlichen Sprung nach oben gegeben. Das erneute Plus bei der Essensausgabe verdeutlicht, dass die Vesperkirche nötig und nachgefragt ist. Noch nie habe man so viele Reserve-Tische zum Einsatz bringen müssen wie in diesem Jahr.

„Es kamen im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen mit Gutscheinen für Bedürftige von der Stadt und der Caritas“, so Martin Hörsch, der mit seiner Frau Waltraud, Maria Konold-Pauli und Pfarrer Thomas Völklein den Kern der Organisation der Aktion übernimmt.

Wie im Wohnzimmer

Für Pfarrer Völklein, der in der Vakanz die Pfarrstelle in der evangelischen Gemeinde zu einem Großteil ausfüllt, waren die 15 Tage „schön und gemütlich wie im Wohnzimmer“. Es sei eine große Verbundenheit spürbar gewesen unter den Gästen. Das hatten sich die Organisatoren genauso vorgestellt, was auch im Motto „ZusammenHalten“ zum Ausdruck kam.

Bis zu 160 Mitarbeitende hätten in diesem Jahr die Vesperkirche ermöglicht. Darunter viele, die dieses Ehrenamt erstmals ausübten. „Die Listen waren sehr schnell voll. Das hat uns gefreut. Und fast noch schöner war auch der Zusammenhalt unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unter den neuen und arrivierten Kräften“, sagt Waltraud Hörsch. Mitgeholfen hätten neben einem Team der Bühlschule auch Azubis der Stadt, der Volksbank und der Kreisbau, Mitglieder des Rotary-Clubs Heidenheim/Giengen, Mitarbeitende der ökumenischen Sozialstation und ein Team von Amazon, das schon beim Aufbau beteiligt gewesen sei.

Welle der Dankbarkeit

Seitens der Gäste sei den Organisatoren und den Mitarbeitenden eine große Welle der Dankbarkeit entgegengekommen – nicht nur fürs Essen, sondern auch, das hätten die Rückmeldungen gezeigt, für die Möglichkeit der Begegnung, die musikalischen Beiträge und die Mut machenden Worte. „Es gab auch eine Zeit des Innehaltens und Kraftsammlens“, so Waltraud Hörsch.

Finanziell endeten die Vesperkirchen in Giengen in der Vergangenheit ohne Minus. Ob das in diesem Jahr so sein wird, müsse sich zeigen. Es habe, so Manfred Hörsch, einige Neuanaschaffungen geben müssen. Ohne Spenden sei die Aktion nicht möglich. 2026 seien neben Geldspenden von privater Hand Unterstützung von der Stadt, der Volksbank, der Kreisbau, der BSH, und dem Rotary Club geflossen. Die Bäckereien Hochstatter und Gnaier, das Café Cut sowie Edeka und Kaufland und Schlüsselbräu hätten mit Lebensmitteln und Getränken einen großen Teil zum Gelingen beigesteuert. Allein 150 Kuchen sind obendrein von Privatpersonen geliefert worden. Auch damit sei dem Motto Rechnung getragen worden,

„Wir sind nach wie vor sehr froh über unseren Caterer Francisco Oliva Gil, der wieder einmal vieles möglich gemacht hat“, so Konold Pauli. Mit ihm arbeitet das Orga-Team nun schon viele Jahre zusammen. Er hatte mit seinen Ideen einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass die Aktion auch während Corona modifiziert angeboten werden konnte.

Mit einem Mitarbeiterfest am Dienstagabend im evangelischen Gemeindehaus fand die Kirche organisatorisch einen Abschluss. Dass es eine 20. Auflage geben wird, steht fest. „Auf jeden Fall machen wir das“, sagen alle unisono.

Pfarrstelle: Bislang keine Bewerbung eingegangen

Nach dem Weggang von Pfarrer Dr. Kummer ins Dekanat nach Aalen im Oktober des vergangenen Jahres war die Pfarrstelle in Giengen ausgeschrieben gewesen. Das habe, so erklärt es Pfarrer im Ruhestand, Thomas Völklein, bislang keinen Erfolg gebracht. „Es ist keine Bewerbung eingegangen“, sagt Völklein, der die Stelle zu 50 Prozent ausfüllt und Unterstützung von unterschiedlicher Seite erfährt.

„Ich habe das fast so erwartet“, so Martin Hörsch vom evangelischen Kirchengemeindetat. Man müsse weiter Geduld haben und gleichzeitig aktiv werden, etwa im Nutzen von vorhandenen Netzwerken. Pfarrer zu finden, sei nicht einfach, sagt Völklein. Nicht zuletzt deshalb, weil in den vergangenen Jahren eine vergleichsweise geringe Zahl das Studium der Theologie aufgenommen habe.