Wer als Auswärtiger etwa seine Hochzeit in der Giengener Schranne feiern möchte, bezahlt ab dem 1. März 200 Euro Grundmiete. Wer Stühle und Tische benötigt, 100 Euro mehr. Einheimische kommen günstiger weg. Wer andererseits die komplette Walter-Schmid-Halle für eine Tanzveranstaltung mieten will, bezahlt als Einheimischer einen Grundbetrag von 460 Euro, als Nicht-Giengener dagegen 600 Euro.
Die Entgelte für die Turn- und Festhallen und andere städtische Räumlichkeiten sind in der Nutzungstabelle aufgeführt, die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.
Zuletzt 2020 erhöht
Wie Kulturamtsleiter Andreas Salemi im Sitzungssaal des Rathauses erklärte, seien die Entgeltsätze für die Nutzung der Turn- und Festhallen zuletzt zum April 2020 angepasst worden. Damals sei eine Erhöhung um 15 Prozent für Einheimische und 20 Prozent für Auswärtige erfolgt.
Angesichts der allgemeinen Kostensteigerungen in den Bereichen Energie, Bewirtschaftung, Personal und Ausstattung sowie zur Angleichung an das Niveau umliegender Städte und Gemeinden, empfehle die Verwaltung nun eine erneute Anpassung der Entgelte.
Für nichtsportliche Veranstaltungen sah der Vorschlag der Verwaltung eine durchschnittliche Erhöhung der Entgeltsätze um 15 Prozent für Einheimische und 25 Prozent für Auswärtige vor, wobei die daraus resultierenden Beträge auf volle fünf Euro auf- oder abgerundet werden. Ferner wurde empfohlen, den kostenfreien Auf- und Abbau zeitlich zu begrenzen und die Entgelte für das Aufstellen von Stühlen sowie für das Aufstellen von Tischen und Stühlen differenziert festzulegen.
Die jährlichen Einnahmen, so Kulturamtsleiter Andreas Salemi, hätten in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 26.448 Euro, zuzüglich 2600 Euro Umsatzpacht betragen. Eine Erhöhung der Entgelte in der vorgeschlagenen Form würde bei gleichbleibender Nachfrage jährlich Mehreinnahmen in Höhe von rund 5300 Euro generieren.
Für Sportveranstaltungen sah der Vorschlag eine Erhöhung um ebenfalls 15 Prozent für Einheimische und
25 Prozent für Auswärtige vor. Sportveranstaltungen örtlicher Sportvereine, die als Wettkämpfe durch übergeordnete Verbände angeordnet werden (Pflichtspiele, überörtliche Wettkämpfe, Gauveranstaltungen), sollten weiterhin kostenfrei bleiben.
Trainingsbetrieb weiter kostenfrei
Gleiches gelte für die regelmäßige Nutzung städtischer Räumlichkeiten und Sportanlagen durch örtliche Vereine zu Übungszwecken gemäß den jeweiligen Belegungsplänen.
Um 50 Prozent steigen dagegen die Gebühren für die Garderobe: Hier wurde bislang 1 Euro verlangt, ab März sind es 1,50 Euro.
Der Gemeinderat stimmte einstimmig für die neue Entgeltordnung. Der Fraktionsvorsitzende des CDU-Wählerblocks, Martin Herrmann, sprach von nach wie vor angemessen günstigen Preisen. Es seien Preise, die Werbung für Giengen machten und dazu einladen, hier Veranstaltungen abzuhalten. Wilhelm Oszfolk (SPD) sprach von einer Erhöhung, die im Rahmen bleibe.

