Mit einem Ball auf ein Hindernis steigen, jonglierend über eine Bank laufen und dann versuchen, den Ball in einen Korb zu werfen: eine von vielen Übungen, die an drei Tagen in dieser Woche von Kindern ausgeführt wurden, die am Feriencamp der „Kindersportschule aktiv“ der TSG Giengen teilgenommen haben. Es war gleichsam eine Übung, die die Ziele der Sportschule für den Nachwuchs perfekt widerspiegelt – Kinder in Bewegung bringen, ihnen Koordination vermitteln und sie mit Spaß und Spiel an Sportarten heranführen.
Die drei Tage in den Faschingsferien waren ein Zusatz zum regulären „Kiss“-Angebot der Turn- und Sportgemeinde, das seit nahezu zwei Jahren zwar stattfinden konnte, aber ohne fest angestellten Übungsleiter auskommen musste. „Wir haben wirklich lange gesucht und sind froh, dass es nun geklappt hat“, sagt Bernd Kluge vom Vorstandsteam der TSG. 2024 musste eine Kooperation mit dem HSB beendet werden, weil in der Nachbarstadt dem Kiss-Leiter Jürgen Maaßmann gekündigt worden war.

So geht es mit Kiss bei der TSG Giengen nach dem Aus der Kooperation mit Heidenheim weiter
Jetzt gibt es mit Annika Arndt eine Nachfolgerin, die nicht nur aus Giengen kommt und selbst dort Sportarten ausgeführt hat. Vielmehr war sie – neben ihrem Lehramtsstudium in Sport – daran beteiligt, dass es nach dem Aus vor zwei Jahren weiterhin ein Angebot für Kinder ab 15 Monaten bis elf Jahre gab.
Glücksfall für die TSG
Arndt hat sich für die Halle und gegen das Klassenzimmer als Arbeitsort entschieden. „Für uns ist das natürlich ein Glücksfall“, sagt Kluge, der anmerkt, dass Arndt in erster Linie das Kiss-Angebot ausbauen soll. Das werde derzeit von etwa 90 Kindern in unterschiedlichen Gruppen wahrgenommen. Die Kleinsten sporteln dabei in der Pampersliga, danach geht es in Tiergruppen weiter.
Es gehe darum, die Kinder an das Angebot in den Abteilungen heranzuführen und ihnen den Spaß am Sport zu vermitteln. Auffällig sei: Bei einigen Jungen und Mädchen ist es mit der Beweglichkeit nicht weit her. Die Kinder hätten, so Arndt, Defizite. Das sei beispielsweise beim Seilspringen oder Purzelbaum zu beobachten. „Einerseits verbringen Kinder heutzutage weniger Zeit draußen und sind in Bewegung, andererseits sind das immer noch Folgen der Corona-Pandemie“, so die TSG-Sportlehrerin.
Weitere Camps geplant
Das Camp in dieser Woche soll keine Eintagsfliege bleiben. „Weitere sind in Planung, auch über eine ganze Woche hinweg“, so Arndt, die nicht nur in Bezug auf Kiss Erweiterungsmöglichkeiten sieht: „Ich könnte mir beispielsweise auch einen Kletterkurs vorstellen.“
Bei den TSG-Vorstandsmitgliedern dürfte sie damit offene Türen einrennen: „Wir sind jetzt beim Angebot für Kinder gut aufgestellt, in den Abteilungen ist das auch der Fall. Nachholbedarf sehen wir beim Kursangebot für Leute zwischen 20 und 50“, sagt Kluge. Auch da setzt der Verein auf die Festanstellung von Annika Arndt.
Derzeit helfen zwei FSJler bei der TSG mit
Junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leisten, sind seit vielen Jahren ein fester Teil der TSG Giengen. Annika Arndt, die neue Sportlehrerin der TSG, hat vor sechs Jahren selbst ein FSJ bei der TSG absolviert. Derzeit sind mit Ole Moch und Noah Schmid zwei FSJler angestellt, die bei Kursen und anderen Angeboten wie dem Kiss-Camp mithelfen. „Es wird immer schwieriger, Übungsleiter zu finden. FSJler sind ganz klar eine Bereicherung und helfen enorm“, so Bernd Kluge vom Vorstandsteam der TSG.

