Stadtentwicklung

Abriss für Burger-Grill und mehr: Das ist in Giengens Zentrum geplant

Neben den großen Vorhaben wie Barfüßer-Brauhaus und möglichem Müller-Invest ist im Giengener Zentrum noch einiges anderes im Gange. Zum Beispiel die Vorbereitungen für einen Burger-Grill.

Ein wenig fühlt es sich an wie eine unendliche Geschichte: Die an der Planiestraße gelegene Grabenschule soll seit Jahren saniert werden, jedoch wurden Termine nicht gehalten – auch weil das 1864 errichtete Gebäude unter Denkmalschutz steht und es seit dem Verkauf der Stadt im Jahr 2019 Wechsel aufseiten der Investoren gab. Das Ansinnen war und ist, das Gebäude zu sanieren und Wohnungen einzurichten.

Wie Oberbürgermeister Dieter Henle nun auf Nachfrage erklärt, sei der Investor – es handelt sich dabei um den Barfüßer-Chef Eberhard Riedmüller und drei Partner – aufgefordert, bis Herbst ein mit dem Landesdenkmalamt abgestimmtes Raum- und Sanierungskonzept vorzulegen. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan soll im Frühjahr 2026 beschlussreif sein.

Die Grabenschule steht seit langem leer und wurde zuletzt 2023 für eine Kuntsaktion genutzt. Geplant ist, dort zu sanieren und Wohnraum zu schaffen. Archiv/Rudi Penk

Sanieren, so Henle, werde vermutlich aber ein anderer Investor. Aus folgendem Grund: Da das Bauvolumen etwa fünf Millionen Euro betrage, sei ein Eigentümerwechsel geplant. „Der neue Investor kann die Kosten durch Eigenleistungen senken“, so Giengens Rathaus-Chef. Die Gespräche diesbezüglich liefen sehr gut. „Mir ist es wichtig, dass eine Aufwertung stattfindet. Zudem brauchen wir weitere innerstädtische Wohnungen“, sagt der OB.

Eine Aufwertung mit neuer Nutzung ist auch an anderer Stelle im Zentrum geplant. Dass Barfüßer-Chef Riedmüller plant, an der Marktstraße ein Burger-Grill-Restaurant plus Wohnungen anzubieten, ist nicht neu, auch der Standort steht schon länger fest: Es sind die Gebäude Marktstraße 27 (mit Pro Optik im Erdgeschoss) und 29 (ehemals Jentschke, jetzt Domizil des Bibliotheks-Fördervereins).

Wie OB Henle erklärt, soll noch in diesem Jahr der Abbruch des Gebäudes Marktstraße 29 starten. Der Abbruchantrag befinde sich im sogenannten Kenntnisgabeverfahren, ein Abbruchunternehmen sei gefunden.

Die Umnutzung soll, so der Oberbürgermeister, schrittweise erfolgen: Das Haus 27 sei bis auf eine Wohnung entmietet, der Vertrag des Optikgeschäftes laufe noch bis Ende 2027. „Wir sind mit der Wirtschaftsförderung dran und wollen Pro Optik unbedingt im Zentrum halten“, sagt Henle.

Durch den Barfüßer-Bau, der Mitte kommenden Jahres eröffnet werden soll, den Burger-Grill und weitere mögliche Ansiedlungen entstünde genau das, was man sich als Verwaltung wünsche: Frequenz. Die bringe mit sich, dass Parkraum geschaffen oder umgewidmet werden muss. Aktuell, so das Stadtoberhaupt erarbeite ein externes Büro ein Parkplatzkonzept, für die Innenstadt: Die Vorstellung im Gemeinderat, mit Situationsanalyse und möglichen Maßnahmen zur Verbesserung der Auslastung und mehr, soll Anfang 2026 erfolgen. „Wir wollen die Dauerparker aus der Stadt bekommen und Richtung dem geplanten Sanierungsgebiet Burgwiesen lenken“, so Henle. Dort sei in Zusammenarbeit mit der Firma Steiff, ein Parkhaus geplant.

Für das Sanierungsgebiet selbst, welches das Steiff-Gelände mehr oder weniger öffnen soll, liefen die vorbereitenden Untersuchungen. Der angestrebte Überblick über die strukturellen, städtebaulichen und sozialen Verhältnisse diene als Basis für die zukünftigen Sanierungsziele für die nächsten acht bis zwölf Jahre. Ende des Jahres wolle die Verwaltung dem Gemeinderat die vorbereitende Untersuchung zum Beschluss vorlegen.

Größere Vorhaben Themen im Sommerinterview

Die bestimmenden Themen in der Giengener Innenstadt sind ohne Zweifel der Barfüßer-Bau, das geplante Dienstleitungszentrum schräg gegenüber vom Rathaus sowie der Umbau rund um die ehemalige Müller-Filiale an der Marktstraße. Über die Entwicklung bei diesen Vorhaben spricht Oberbürgermeister Dieter Henle im HZ-Sommerinterview, das in der kommenden Woche erscheinen wird.

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