Mittwoch, 23. Juli 1755: Ein schwülheißer Sommertag in der kleinen Reichsstadt Giengen. Passend zu den hohen Temperaturen wirkte es fast wie eine Fata Morgana, als sich übers Stadttor eine Gesandtschaft näherte, die wie aus einer anderen Welt anmutete. Der Turmwächter hatte die Prozession von Weitem heranreiten sehen und gab entsprechende Trompetensignale.
Ein Mann mit „stattlicher Statur“, der in orientalische Seide gekleidet war, einen Turban trug und einen säbelartigen Krummdolch mit sich führte, stand im Mittelpunkt der Gruppe. So etwas sei für Giengen sicherlich eine „absolute Sensation“ gewesen, ist Heimatforscher Ulrich Stark überzeugt, der die Geschichte aus dem Giengener Stadtarchiv ans Licht brachte.

