Ehrenamtliche Helfer

145 Einsätze, tausende Stunden Arbeit: Feuerwehr Giengen zieht Bilanz für 2025

Die Zahl der Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr Gingen ist 2025 leicht gesunken. Ein ruhiges Jahr war es für die Frauen und Männer der fünf Abteilungen dennoch nicht. Einen Schwerpunkt bildete die Überlandhilfe.

Von einem ruhigen Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Giengen möchte Kommandant Jürgen Vogt nicht sprechen, denn die bloße Zahl der Einsätze sagt zunächst wenig darüber aus, welche Herausforderungen sie für die Einsatzkräfte in den Abteilungen Giengen, Hürben, Burgberg, Hohenmemmingen und Sachsenhausen bringen. Die Bilanz für das Jahr 2025 wurde am Freitagabend bei der Hauptversammlung im Dorfhaus in Sachsenhausen vorgestellt.

Insgesamt 145 Mal wurde die Feuerwehr Giengen im vergangenen Jahr alarmiert. Das entspricht im Schnitt rund drei Einsätze pro Woche. Im Vergleich der letzten Jahre war das ein Tiefstwert: 2024 gab es 187 Alarme, 2022 lag mit 148 praktisch gleichauf. Ausreißer nach oben war das Jahr 2023 mit 283 Einsätzen. Unwetterbedingte Lagen sorgten hauptsächlich im Sommer jenes Jahres für überdurchschnittlich viele technische Hilfeleistungen.

Der einsatzreichste Monat war 2025 der November mit 20 Alarmen, nur jeweils sechsmal wurden die Kräfte im März und August auf den Plan gerufen.

Viel Hilfe für die Nachbarn

Zu Brandeinsätzen wurde die Giengener Wehr 2025 insgesamt 27 Mal gerufen, eine Zahl, die genau im Durchschnitt der beiden Vorjahre liegt. Ein Großbrand im Stadtgebiet war nicht dabei, allerdings wurden die Einsatzkräfte auch in 20 Fällen zur sogenannten Überlandhilfe in umliegende Gemeinden gerufen. Dazu gehörten auch der Großbrand eines früheren landwirtschaftlichen Anwesens in Sontheim und das sich über viele Stunden hinziehende Feuer beim Entsorgungsunternehmen Hörger, ebenfalls in Sontheim.

Ende November kam es zudem in einem Silo der Giengener Malzfabrik zu einem Schwelbrand, der zahlreiche Helfer stundenlang in Atem hielt. Durch behutsames Vorgehen wurde eine Ausbreitung des Feuers weitgehend vermieden.

Ende November 2025 kam es in einem Silo der Giengener Malzfabrik zu einem Schwelbrand, der in einem langwierigen Einsatz bekämpft wurde. Dennis Straub/Archiv

59 Mal lautete im vergangenen Jahr das Einsatzstichwort „technische Hilfeleistung“. Die Bandbreite reicht dabei von der Menschenrettung nach schweren Verkehrsunfällen bis hin zur Türöffnung, wenn beispielsweise ein medizinischer Notfall vorliegt.

Fehlalarme auf hohem Niveau

In 38 Fällen musste das Ausrücken der Feuerwehr als Fehlalarm verbucht werden. Zwölfmal hatten Brandmeldeanlagen, wie sie beispielsweise in Industriegebäuden installiert sind, und 25 Mal Rauchmelder Alarm ausgelöst, ohne dass tatsächlich Feuer ausgebrochen war. Böswillig wurde die Feuerwehr lediglich einmal alarmiert.

Dass es bei einer Vielzahl von Einsätzen um die Rettung von Sachwerten geht, liegt in der Natur der Sache, immer wieder müssen die Feuerwehrleute aber auch Menschen aus höchster Not befreien. Laut dem 100 Seiten starken Jahresbericht retteten die Einsatzkräfte zwischen Januar und Dezember 20 Personen bei Löscheinsätzen oder technischen Hilfeleistungen. Acht Menschen konnten die Frauen und Männer nur noch tot bergen, die meisten davon nach Türöffnungen.

Auf genau 3919 Stunden Dauer summierten sich die Einsätze des vergangenen Jahres. Die gesunkene Einsatzzahl schlägt sich da entsprechend nieder: 2024 waren es 4596 Stunden gewesen, im Jahr davor 4535. Die Auftritte des Spielmannszugs brachten weitere 450 Stunden in die Statistik. Nicht zu vergessen ist dabei, dass es sich bei den Wehrleuten, abgesehen von vier hauptamtlichen Kräften, allesamt um ehrenamtliche Helfer handelt, die ihren Dienst und die Einsätze in ihrer Freizeit absolvieren.

180 Aktive in den Abteilungen

In den Einsatzabteilungen waren zum Jahresende genau 180 Personen aktiv – 172 Männer und acht Frauen. Die größte Abteilung ist Giengen mit 62 Angehörigen, gefolgt von Hohenmemmingen (42), Burgberg (36), Hürben (22) und Sachsenhausen (16). Dem Spielmannszug gehörten 28 Personen an, die Jugendfeuerwehr hatte 54 Mitglieder, in der Altersabteilung waren 61 frühere Aktive.