Es ist so eine Art Nachhausekommen, wenn Thomas Grüninger am Freitag, 20. Februar, um 17 Uhr im Kulturhof in Erpfenhausen aus seinem Gedichtband vorliest. Dieser trägt den Titel „Die Matratze von Erpfenhausen“ und ist benannt nach dem allerersten Gedicht, das der frühere HZ-Redakteur geschrieben hat.
Ein Leser hatte vor fast 20 Jahren ein Foto eingesandt, auf dem eine Matratze zu sehen war, die auf der Straße nach Erpfenhausen lag. Was fängt die Lokalredaktion mit so einem Kuriosum an? Es hätte ein Artikel über wilde Müllentsorgung werden können oder die Recherche bei den Bewohnern Erpfenhausens, ob jemand eine Matratze vermisst. Stattdessen kamen Thomas Grüninger einige gereimte Zeilen in den Sinn – und damit war nicht nur seine Begabung fürs Dichten entdeckt, sondern auch ein Vehikel gefunden, mit dem er seinen feinen und oft hintersinnigen Humor zu Papier bringen konnte.
Viel Lob für die Gedichte
Dem ersten Gedicht folgten viele weitere, da die Resonanz der Leserschaft nicht nur durchweg positiv war, sondern auch ungewöhnlich oft an den Gerstetter Autor herangetragen wurde. Auch nachdem Thomas Grüninger in den Ruhestand gewechselt war, schrieb er weiterhin Gedichte. Geradezu naheliegend folgte dann die Idee, diese über den Verlag der Heidenheimer Zeitung auch als Büchlein herauszubringen.
Thomas Grüninger ergänzte seine gereimten Verse mit verbindenden Worten; auch einige Kapitel über die schwäbische Mundart, die er selbst vorzüglich beherrscht, finden sich in seinem Buch.
„Die Matratze von Erpfenhausen“, die Ende 2025 rechtzeitig zum Vorweihnachtsgeschäft in den Handel kam, verkaufte sich ausgesprochen gut. Einige Leserinnen und Leser haben sich inzwischen bei Grüninger gemeldet, nicht nur mit Lob, sondern auch mit Fragen und Anregungen zu Herkunft und Bedeutung der schwäbischen Begriffe, um die es in Grüningers Buch geht.
Ebenso naheliegend wie die Herstellung des Buches schien nun der Gedanke, eine Lesung mit dem Autor zu organisieren. Denn schließlich ist Schwäbisch gesprochen nochmal viel schöner als geschrieben. Zudem haben die früheren Kollegen Thomas Grüningers humorvolle Art, Anekdoten zu erzählen, auch früher schon hochgeschätzt. Davon sollen auch die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung profitieren. Grüninger wird zunächst im Gespräch mit HZ-Redaktionsleiterin Silja Kummer einige Fragen über seine Gedichte, sich selbst und seine Lebensauffassung beantworten, bevor er Auszüge aus dem Buch sowie auch einige bisher unveröffentlichte Gedichte vorträgt.
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, mit Thomas Grüninger ins Gespräch zu kommen und selbstverständlich auch, sich ein Buch signieren zu lassen.

Als kleinen Vorgeschmack hat der Autor uns ein neues Gedicht geschickt, das hier unten stehend veröffentlicht wird. Es handelt vom Problem des schwindenden Haarwuchses, das den einen oder anderen (Mann) betrifft.
Haarige Angelegenheit
Ich zähle täglich meine Haare,
denn zunehmend wird Mangelware
was einst ich trug auf meinem Haupt –
verschwindet leis und unerlaubt.
Wenn heutzutage nichts mehr sprießt,
obwohl man’s täglich mehrfach gießt,
bleibt schließlich noch ein Einzelstück –
ich nenn’ es Haar-alt – mir zurück.
Da traf sich’s gut, als ich erfuhr
es naht ein Ende der Tortur.
Bald kann ich wieder Haare raufen,
denn „Haarwuchs“ gibt es jetzt zu kaufen.
Ich frag’ mich nur, wie geht das bloß,
wie kriegt man Kleines wieder groß?
Kann man den Restbestand verwalten,
indem man tut die Haare spalten?
Ist plötzlich auf dem Kopf viel Platz,
wo findet man dann Haarersatz?
Vielleicht lässt sich’s dem Mund entnehmen,
bei dem, der Haare trägt auf Zähnen.
Wenn ich’s bedenk', wär’s besser drum,
man liefe ohne Haare rum.
Dann könnt' man sich die Drohung sparen:
„Ich fresse dich mit Haut und Haaren!“
Vom Kopfe fiel nicht eine Schuppe,
man sucht das Haar nicht in der Suppe,
und kann sich, wenn die Fetzen fliegen,
mit keinem in die Haare kriegen.
Eintritt zur Lesung in Erpfenhausen frei
Die Lesung im Kulturhof Erpfenhausen findet am Freitag, 20. Februar, ab 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, es wird um Anmeldung gebeten per E-Mail an kundenservice@hz.de oder unter Tel. 07321.347712 mit Angabe der gewünschten Plätze. Auch das Buch „Die Matratze von Erpfenhausen“ ist bei der Veranstaltung erhältlich.

