„Die Nachricht, dass Husqvarna die geplante Erweiterung von Gardena in Heuchlingen nicht umsetzen wird, hat viele Menschen schockiert. Besonders jene Familien, die seit Generationen bei Gardena arbeiten und nun um Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven bangen.“, so äußert sich Marianne Renner in einer Pressemitteilung. Renner ist Mitglied im Heuchlinger Ortschaftsrat und war während der gesamten Planungen zur Erweiterung von Gardena Ortsvorsteherin.
Dabei seien die Voraussetzungen hervorragend gewesen, meint Renner. „Nach der Corona-Pandemie schrieb Gardena gute Zahlen, plante Investitionen und den Ausbau der Bewässerungstechnik. Gemeinde, Landkreis, Umweltverbände, Landwirtschaft, Grundstückseigentümer und Gardena selbst zogen an einem Strang.“ Der Bebauungsplan sei in Rekordzeit aufgestellt worden, alle Beteiligten hätten nach Lösungen gesucht.
„Dann kamen die archäologischen Grabungen“, schreibt Renner. „Obwohl bereits bekannt war, dass sich auf dem Gelände Spuren aus der Römerzeit befinden könnten, zogen sich die Untersuchungen über fast zwei Jahre hin.“ Neue, bedeutende Erkenntnisse seien dabei nicht gewonnen worden. „Verloren ging dagegen etwas anderes: wertvolle Zeit, und in dieser haben sich ökonomische Rahmenbedingungen verändert.“
Niemand stelle den Schutz der Geschichte infrage, so Renner weiter. „Doch wenn langwierige Verfahren Investitionen verhindern und damit die Zukunft eines wichtigen Arbeitgebers gefährden, muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt sein. Der Preis dafür ist der Verlust vieler Arbeitsplätze.“ Es stelle sich die Frage, ob hier die richtige Balance zwischen dem Schutz vergangener Zeiten und den Interessen der Menschen, die heute hier leben und arbeiten, gefunden wurde. Daher müsse der Appell an die Landesregierung adressiert werden, durch deren Gesetz die Archäologie im Übermaß tätig ist: „Finden Sie wieder Maß und Ziel und vor allem: Priorisieren Sie zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger.“
