Eine weitere größere Sanierungsmaßnahme im Gemeindegebiet Dischingen steht an: Die Turnhalle in Dunstelkingen soll für rund 2,5 Millionen Euro saniert werden. Das gab die Gemeindeverwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bekannt. Gleich mehrere Brennpunkte machen eine zeitnahe Erneuerung erforderlich. Auch die Frage nach der Turnhalle in Eglingen kam zur Sprache, ebenso wie die Entscheidung, für welches Förderprogramm sich die Gemeinde bewerben sollte.
Neues Förderprogramm des Bundes
Direkt am Sportplatz gelegen, wurde die Turnhalle Dunstelkingen im Jahr 1975 erbaut. 1998 folgte ein Anbau, der seither als Geräteraum genutzt wird. Aufgrund verschiedener baulicher und technischer Mängel muss die Halle in den kommenden Jahren saniert werden, um heutigen energetischen Standards zu entsprechen. In den vergangenen Jahren wurden bereits Fenster und Türen ausgetauscht, die sanitären Anlagen saniert, die Außentreppe erneuert sowie einzelne Teile der Heizungsanlage ersetzt.
Dennoch sei nun eine umfassende Generalsanierung notwendig. Die baulichen Mängel an der Gebäudehülle, dem Innenausbau und der technischen Gebäudeausstattung machten dies erforderlich, erklärte Ortsbaumeister Markus Speier. Insbesondere die Außenwände, der schadhafte und undichte Dachstuhl sowie die Innenwände bedürften einer energetischen Sanierung und einer Anpassung des Brandschutzes. Zudem müssten die noch verbliebenen alten Fenster im Zuge der Maßnahme ausgetauscht werden.

Wie Speier weiter ausführte, seien auch zahlreiche technische Erneuerungen notwendig. Dazu zählen unter anderem die sanitären Installationen, die Heizungsanlage (vollständiger Austausch mit Ergänzung durch eine Wärmepumpe), die Lüftungsanlagen, die Beleuchtung sowie die Bühnenanlage. Auch die Installation einer Photovoltaikanlage sei vorgesehen. Zusätzlich planen die Verantwortlichen ein barrierefreies WC sowie einen weiteren Lagerraum für Sportgeräte, der durch einen zusätzlichen Anbau an der Nordseite des Gebäudes entstehen soll. Der bestehende Eingangsbereich soll in diesem Zuge erweitert und mit einer Rampe ausgestattet werden, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Außerdem sind eine Vergrößerung der Garderoben sowie der Einbau eines Windfangs geplant. Insgesamt schätzt Speier die Kosten für diese Maßnahmen auf rund 2,5 Millionen Euro.
Mit der Antragstellung ist noch nichts entschieden, wir eröffnen uns lediglich eine Chance.
Dirk Schabel, Bürgermeister
Bürgermeister Dirk Schabel informierte das Gremium zudem über ein neu aufgelegtes Förderprogramm des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Dieses richtet sich gezielt an Sanierungen kommunaler Sportstätten. Die Fördervoraussetzungen sind zweistufig aufgebaut. „So muss beispielsweise der Energieeffizienzstandard 85 erreicht werden“, erläuterte Schabel. Positiv berücksichtigt werde zudem eine Übererfüllung dieses Standards sowie die Schaffung von Barrierefreiheit als Beitrag zum sozialen Zusammenhalt. Vor diesem Hintergrund erklärten sich auch die umfangreichen Sanierungspläne, die über reine Energiemaßnahmen hinausgehen. Laut Schabel erhöhe dies die Chancen auf eine Förderung – in diesem Fall in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. „Ob es tatsächlich dazu kommt, ist allerdings mit einem großen Fragezeichen versehen“, so der Bürgermeister weiter. „Wichtig ist jedoch, den Versuch zu wagen. Mit der Antragstellung ist noch nichts entschieden, wir eröffnen uns lediglich eine Chance.“
Gibt es einen Plan B?
Die Hoffnung, die Sanierung in diesem Umfang realisieren zu können, hängt somit stark von der – eher unwahrscheinlichen – Bundesförderung ab. „Das Projekt sollte bei einer Ablehnung des Bundes nicht aus den Augen verloren werden“, betonte Michael Raunecker (FWB). Auf seine Nachfrage nach einer abgespeckten Variante entgegnete Bürgermeister Schabel, dass auch kleinere, schrittweise Umsetzungen denkbar seien. Diese müssten dann einzeln vom Gemeinderat beschlossen und nach und nach realisiert werden.
Eglingens Ortsvorsteher Günter Burger erkundigte sich außerdem nach möglichen Sanierungsplänen für die Turnhalle in Eglingen. Eine Maßnahme in Dunstelkingen sei aufgrund des Zustands des Daches derzeit dringlicher, erklärte Schabel – eine Einschätzung, der Burger zustimmte. Entsprechend war es wenig überraschend, dass der Gemeinderat schließlich der Antragstellung für die Bundesfördermittel zustimmte. Eine Entscheidung über den Förderantrag wird laut Schabel noch im ersten Quartal dieses Jahres erwartet. Die weiteren Schritte sollen anschließend erneut im Gemeinderat beraten werden.
Die Förderung des Bundes
Die Erfolgsaussichten des Programms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Projektaufruf 2025/2026“ werden von der Gemeindeverwaltung als eher gering eingeschätzt. Grund dafür ist das begrenzte Fördervolumen von insgesamt 333 Millionen Euro. Für das Land Baden-Württemberg stünden davon laut Schabel lediglich rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Bei einer Förderquote von 45 Prozent würde sich der Förderantrag der Gemeinde Dischingen auf etwa 1,2 Millionen Euro belaufen, also auf etwa sechs Prozent des Gesamtbudgets des Landes. Bis zum 15. Januar konnten Kommunen ihr Interesse beim Ministerium bekunden – was die Verwaltung bereits im Vorfeld getan hatte. Mit dem Beschluss des Gemeinderates wurde nun die formelle Grundlage für die Antragstellung geschaffen.

