Produktionsstillstand

Welche Folgen die Cyber-Attacke auf die IT-Systeme bei Varta hat

Die Varta-Gruppe wurde in der Nacht zu Dienstag Opfer eines Cyber-Angriffs auf Teile der IT-Systeme des Unternehmens. Was bedeutet das unter anderem für die Mitarbeiter des Dischinger Werks?

Die Cyberkriminalität hat ein neues Opfer in der Region gefunden: In der Nacht zu Dienstag wurde die Varta AG mit Sitz in Ellwangen zum Ziel eines solchen Angriffs. Wie der Batteriehersteller bislang mitteilte, sind von dieser Cyber-Attacke Teile der IT-Systeme des Unternehmens betroffen. Das umfasst neben der Verwaltung auch die weltweit fünf Produktionsstandorte, von denen das Werk in Dischingen einer ist. Die Produktion stand zum Zeitpunkt Mittwochnachmittag still, so Dr. Christian Kucznierz, Head of Corporate Communications bei Varta. Etwaige Versuche, die Ellwanger Zentrale über das telefonische Festnetz zu erreichen, blieben erfolglos.

Neben Dischingen gibt es vier weitere Varta-Produktionsstandorte

Die Varta-Gruppe produziert international an den fünf Standorten Ellwangen, Dischingen und Nördlingen sowie in Rumänien und Indonesien. IT-Systeme und Produktion seien "vorübergehend aus Sicherheitsgründen runtergefahren und vom Internet getrennt" worden, heißt es in der ersten Unternehmensmitteilung. Systeme und Auswirkungen würden derzeit überprüft. "Dabei wird mit höchster Sorgfalt auf die Datenintegrität geachtet."

Einem Notfallplan für derartige Ereignisse gemäß seien aus "Vorsichtsgründen umgehend erforderliche Maßnahmen" vorgenommen worden. Eine Task Force arbeite zusammen mit Cybersecurity-Experten und Datenforensikern an der Wiederherstellung des Normalbetriebs und der Aufarbeitung des Angriffs. Zu einem möglichen entstandenen Schaden, zu weiteren Auswirkungen oder auch Hintergründen könne derzeit noch nichts gesagt werden, sagte Kucznierz am Mittwoch auf Anfrage. Erkenntnisse dazu lägen noch nicht vor. Auch die Frage, ob von den Cyberkriminellen möglicherweise Lösegeldforderungen erhoben werden, könne aktuell von Unternehmensseite nicht beantwortet werden.

Das Dischinger Werk ist nicht geschlossen

Trotz der Cyber-Attacke sei das Dischinger Werk gegenwärtig aber nicht geschlossen, auch wenn die Produktion stillstehe, so Kucznierz. Geklärt werde momentan auch, inwieweit unabhängig vom Internet produziert werden kann. Was die Mitarbeiter angeht, sei die Situation unterschiedlich. Es gebe Bereiche, in denen gearbeitet werden kann. Und wo es möglich ist, seien Mitarbeiter auch mittels Homeoffice weiterhin tätig.

Umsatzeinbrüche und Einsparungen

Varta zählt global gesehen derzeit etwa 4200 Mitarbeiter, in Dischingen waren es vor Jahresfrist etwa 500. In jüngerer Zeit hatte es bei dem Batteriehersteller Umsatzeinbrüche gegeben, auf die mit Einsparungsmaßnahmen reagiert wurde. Auch auf einen geplanten Neubau zur Erweiterung der Produktionskapazität im Dischinger Werk wurde vorerst verzichtet.

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