Der „gombige Doschdig“ ist vorbei, nun regieren die Narren im Landkreis. Vielerorts haben die lokalen Hexenzünfte das Rathaus gestürmt und die Verwaltung für die kommende Faschingszeit symbolisch übernommen. Während sicher war, dass der Regen vielerorts ein steter Begleiter der Festlichkeiten war, standen trotz schwieriger Wetterbedingungen Spaß und Unterhaltung im Vordergrund.

Hexen übernehmen die Macht in Dischingen, Giengen, Herbrechtingen, Hermaringen, Nattheim und Niederstotzingen
Feierlichkeiten am Freitag
Während in Nattheim, Hermaringen, Niederstotzingen und Hermaringen am „gombigen Doschdig“ die Rathäuser gestürmt wurden, versammelten sich am darauffolgenden Freitag gegen 11 Uhr Hasträger, Närrinnen und Narren auf dem Dischinger Marktplatz. Am Donnerstag wurde hier abends die traditionelle Schützenparty im Zelt an der Egauhalle veranstaltet. Trotz leichten Regens und schwerer Beine vom Vorabend versammelten sich hier am Freitagvormittag Hunderte Zuschauer.

Die „Eisbühlgoischdr“ stürmten pünktlich das Rathaus und entführten die Verwaltungsangestellten der Gemeinde, die zum Motto „Viva Las Vegas“ passende Shirts trugen. Für einen Tag wurde so aus dem Bürgermeister Dirk Schabel der Casino-Manager. Das bunte Treiben vor dem Rathaus startete wie üblich mit einem Wettkampf zweier Teams in Rot und Schwarz. Zunächst mussten Spielkarten gestapelt werden, wobei das rote Team sein Fingerspitzengefühl unter Beweis stellte. Bei den menschlichen Spielautomaten war eine Menge Glück im Spiel, schließlich musste jedes Team die drei richtigen Früchte erahnen, die seine Kollegen im Slotfenster für sie heraussuchten. Dort stellte sich das rote Team um Bürgermeister Schabel ebenfalls am besten an und holte die meisten Punkte, die in „Las Vegas“-Brillen gezählt wurden. Als Jury und Zählende stand das kleine Prinzenpaar des FVD bereit.

Das große Prinzenpaar hingegen war voll im Wettkampf involviert und musste im zweiten Spiel gemeinsam mit der Verwaltung Limousinen schnell von A nach B bewegen. Die Krux an der Sache: Die Insassen mussten währenddessen Sektflaschen schnappen, diese öffnen und an den teameigenen Ausschenker überreichen. Da das schwarze Team hier die meisten Becher füllen konnte, gewann es die Runde. Trotzdem reichte die leidenschaftliche Vorstellung nicht, um den Gesamtsieg des roten Teams zu verhindern, das, wie Schabel stolz behauptete, „ohnehin immer gewinnt“.
Während der anschließenden Rede überreichte der Schulthess Prinzessin Mareike die Schlüssel zur Stadt und der „Eisbühlgoischd“ wurde vor dem Rathaus nach oben gezogen, um zu zeigen, wer die Härtsfeldgemeinde fortan regiert.
„Nobbes letzte Absetzung“
Dem strömenden Regen haben auch die „Breama Hexa“ und rund zweihundert Schaulustige in Nattheim getrotzt. Pünktlich um 15.03 Uhr wurde am „gombigen Doschdig“ das Rathaus gestürmt und Bürgermeister Norbert Bereska ein letztes Mal aus dem Amt abgesetzt. Mit dabei waren neben den mittlerweile 143 Mitglieder starken „Breama Hexa“ befreundete Gruppen wie die „Ludlberg Hexa“ aus Eglingen oder die Faschingsfreunde Oberbechingen. Die musikalische Umrahmung wurde von den Wasseralfinger Guggenmusikern „Wasserschnalzer Schludda Gugga“ geboten.

In einer eigens an ihn gerichteten Büttenrede wurde Norbert Bereska für seinen Einsatz als Schirmherr gedankt und von den „Breama Hexa“ feierlich verabschiedet. Pünktlich zu seiner Rede setzte auch der strömende Regen aus, sodass auf dem Martinsplatz noch bis abends zusammen gefeiert und getanzt werden konnte.

Die Wasserratza übernehmen
Zeitgleich mit den Nattheimer „Breama Hexa“ wurde in Herbrechtingen das Rathaus gestürmt, dort kamen die „Wasserratza“ zum Zug. Symbolisch übergab hier die Stadtverwaltung um Bürgermeister Daniel Vogt die Schlüssel zur Stadt. Mit einem dreifachen „Ratza-Hex“ übernahmen die Hasträger auch hier die Geschicke der Stadt für die kommenden Tage. Dem Regen konnte hier getrotzt werden, indem wie üblich die Feierlichkeiten im großen Bürgersaal stiegen. Dort durften natürlich die Auftritte der „Schwabbelbäuche“ und der „Tanzmäuse“ nicht fehlen.

„Dorfhexa“ und „Dorfuhus“ reißen Schlüssel an sich
Etwas später am „gombigen Doschdig“ stürmten die Hermaringer „Dorfhexa“ und die „Dorfuhus“ das Rathaus um Jürgen Mailänder. Um 15.33 Uhr wurden hier die Schlüssel der Gemeinde übergeben. Das war auch der Startschuss für den Weiberfasching. Nachmittags gab es Guggenmusik mit den „Hüttagoischdr“ aus Syrgenstein. Anschließend verlagerte sich die Party ins Zelt am Ständle. Hier wurde bei ordentlichem Barbetrieb und abendlicher Guggenmusik von „Heiligs Blechle“ bis spät abends gefeiert.

Niederstotzingen feiert im Dunkeln
Am Abend des „gombigen Doschdig“ ging es in Niederstotzingen rund. Um 18 Uhr stürmten die „Stotzinger Hexa“ das Rathaus, nachdem sie den Tag über bereits durch den Ort gezogen waren. Am Marktplatz angekommen, wurde dann Bürgermeister Marcus Bremer abgesetzt und in den Hexenkessel gesetzt. Mit einfallsreichen Lichteffekten wurde hier der Dunkelheit getrotzt und mit genügend Bewegung den schlechten Wetterverhältnissen entgegengewirkt. Unterstützung hatten die „Stotzinger Hexa“ auch von den befreundeten „Buiga-Hexa“ aus Herbrechtingen, die nach dem Sturm in der Heimatstadt in Niederstotzingen ihr Unwesen trieben.


