Wagenbau

Das erwartet Besucher beim großen Faschingsumzug in Dischingen

Am Sonntag steigt ab 13.33 Uhr der große Faschingsumzug in Dischingen. Welche Mottowagen in diesem Jahr gezeigt werden und welche Regeln es zu beachten gilt:

Die Faschingszeit ist in vollem Gange, doch der große Höhepunkt steht noch aus – so auch auf dem Härtsfeld. Der Faschingsumzug durch Dischingen zieht jedes Jahr Tausende Besucher aus nah und fern an und sorgt regelmäßig für schwere Köpfe am Rosenmontag. Die Verantwortlichen des Faschingsvereins Dischingen befinden sich derzeit mitten in der heißen Phase der Vorbereitungen und arbeiten unermüdlich an den diesjährigen Mottowagen für den Umzug, dessen Prognose diesmal etwas weniger rosig ausfällt.

Wieder drei politische Wagen

Seit Anfang Januar sind der FVD-Elferrat sowie die Maskengruppe Eisbühlgoischdr in jeder freien Minute mit dem Bau der diesjährigen Umzugswagen beschäftigt. „Die kurze Faschingssaison trifft uns dieses Jahr natürlich besonders hart“, sagt Elferratssprecher Dario Mundinger und erklärt, dass die Arbeit an den Wagen trotz frühzeitig feststehendem Motto erst zum Jahreswechsel beginnen könne. „Natürlich stecken darunter Maschinen, die sonst im ganz normalen Gebrauch sind“, so Mundinger weiter.

Unermüdlich wurde seit dem Jahreswechsel an den Wagen für den Umzug gearbeitet. Hier der politische Wagen zum "Paragraphen-Wahnsinn". Rudi Penk

Gut gelaunt präsentiert er dennoch die bereits fertiggestellten Wagen in der Vereinswerkstatt, die derzeit nur noch den Feinschliff erhalten. Bereits beim Kidsday kam einer der Wagen zum Einsatz: ein rollender Kuscheltierautomat mit Greifhaken, wie man ihn vom Jahrmarkt kennt. „Das Glück hängt am Haken“ lautet der Name des Wagens, der beim Umzug auf Startposition 67 zu sehen sein wird. Damit wird auch das diesjährige Motto „Fluch und Segen“ deutlich – das Spiel mit dem Glück zwischen Gewinn und totaler Niederlage. Gleichzeitig greift der Wagen das bereits bekannte Saisonmotto „Viva Las Vegas“ auf.

Bereits beim Kidsday kam der Glücksautomat mit Kuscheltieren zum Einsatz. Rudi Penk

Folgerichtig spiegelt sich dieses Thema auch in den weiteren Wagen wider, die erneut politische Geschehnisse in der Bundesrepublik aufgreifen. „Gerne hätten wir etwas Regionales gemacht, das wird aber zunehmend schwieriger“, erklärt Mundinger. „Amerika haben wir bewusst weggelassen – damit hätten wir einen ganzen Umzug füllen können“, scherzt er. Auf Startposition 12 wird demnach die „Schuldenrakete“ mit eingebautem Mechanismus direkt aus dem Bundestag starten. Davor dreht Kanzler Merz im Karussell seine Runden.

Mit dem „Musterungs-Roulette“ übt der Elferrat Kritik an der Wehrpflicht mit einem Losverfahren aus. Rudi Penk

Auch Kritik an der wieder eingeführten Wehrpflicht mit Losverfahren wird geübt: Auf Startposition 51 rollt das „Musterungs-Roulette“. Etwas weiter vorn, auf Startposition 21, ist der dritte politische Wagen platziert, der sich humorvoll mit dem „Paragrafen-Wahnsinn in Deutschland“ auseinandersetzt. Ein Scherz, der laut Mundinger jedoch zunehmend ernster wird: „Wir sehen es selbst bei unserem Umzug, dass solche Veranstaltungen durch Auflagen immer stärker eingeschränkt werden.“ Erste Auswirkungen seien in diesem Jahr bereits sichtbar: An anderen Orten wie Gau-Algesheim müssten Umzüge unter anderem wegen zu strenger Auflagen abgesagt werden.

Ein besonderer Hingucker ist der Mottowagen der Eisbühlgoischdr mit gewisser Gesellschaftskritik. Rudi Penk

„Früher Hirnschmalz – heute Algorithmus“ heißt der Wagen der Maskengruppe Eisbühlgoischdr. Mit ihrer Rechenzentrale auf Rädern, die an ein menschliches Gehirn angeschlossen ist, machen sie sich über die übermäßige Nutzung von Künstlicher Intelligenz lustig. Der Wagen wird sich mit der Startnummer 37 in den Gaudizug einreihen.

Neue Gesichter und weniger Zuschauer

„So viel ändert sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht“, verrät FVD-Vorstandsmitglied Bernd Grandy. Bei den Teilnehmern gibt es kaum Veränderungen – mit einer Ausnahme: Die Faschingsgesellschaft Dürrlaria aus Dürrlauingen ist in diesem Jahr erstmals mit dabei. Insgesamt nehmen am Sonntag 67 befreundete Faschingsvereine, Maskengruppen, Mottowagen, Musikvereine und Showgruppen teil. Der FVD umrahmt den Umzug traditionell mit dem eigenen Mottowagen an der Spitze und den vereinseigenen Abteilungen samt Prinzenpaaren am Ende des Zuges.

Auch die Strecke bleibt unverändert: Start ist am Vereinsheim des FVD in der Torstraße. Von dort führt der Umzug über die Hauptstraße, die Dossenberger Straße, den Zwinkelweg und die Fleinheimer Straße bis zum Rathaus. Kommentiert wird der Umzug an vier Stellen: an der Ecke Torstraße/Hauptstraße, an der Ecke Zwinkelweg/Fleinheimer Straße, auf der Hauptstraße sowie auf dem Marktplatz. Der Start erfolgt traditionell um 13.33 Uhr. Ab 12 Uhr sind sämtliche Zufahrtsstraßen in Dischingen gesperrt – auch für Anwohner.

Das Wichtigste steht am Sonntag im Vordergrund: jede Menge Spaß und ein paar Erfrischungsgetränke. Rudi Penk

Mit demselben Besucherandrang wie im vergangenen Jahr rechnet Grandy jedoch nicht: „Wir haben dieses Jahr nicht den Vorteil des guten Wetters Anfang März“, so das FVD-Vorstandsmitglied. Demnach seien aufgrund der Witterung geringere Besucherzahlen zu erwarten. „Trotzdem hoffen wir auf das Beste und freuen uns über jeden, der sich kurzfristig doch noch entscheidet, zu kommen.“

Die restlichen Termine

Nach dem Umzug steigt die Mega-Party im Festzelt an der Egauhalle. In diesem Jahr wird das Zelt aufgrund der Wetterlage beheizt. Für die Musik sind DJ Wugge und DJ MC Hülle verantwortlich. Am Faschingsdienstag findet dann ab 19.30 Uhr der Kehraus in der Egauhalle statt, mit komplettem Programm und Faschingsbegräbnis.