Keine Frage: Die Liste an Kompromittierungen und Blamagen wird gefühlt jedes Jahr länger. Insbesondere im öffentlichen Leben ist das Auslassen von Fettnäpfchen inzwischen gefühlt strikt verboten – oder um es auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: Peinlich zu sein liegt in unserer heutigen Zeit absolut im Trend. Publicity steht im Vordergrund, egal ob Möchtegern-Prominente, Influencer oder eben Politiker.
Sämtliche Prominenz vertreten
Es ist wenig verwunderlich, dass Donald Trump im Jahresrückblick einer der Hauptprotagonisten war. Ein Nacktfoto zeigte ihn mit Wladimir Putin im Planschbecken, während im nächsten Moment der Beinahe-Friedensnobelpreisträger Trump von Putin an einer Hundeleine vorgeführt wurde.
Arnulf Rating war in der "Arche" auch über die tagesaktuellen politischen Aktivitäten Trumps bestens informiert: Die Drohung von Trump, im Konflikt um Grönland Zusatzzölle gegen europäische Staaten zu verhängen, stieß bei ihm genauso auf Verwunderung wie die Festnahme des venezolanischen Oberhauptes Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores, bei der das Völkerrecht laut Rating wohl gerade im Urlaub weilte.
Beim Thema Strafzölle hat selbst die Freiheitsstatue in New York die Nase gestrichen voll – auf einem KI-generierten Bild sieht man die berühmteste Dame Amerikas mit gepackten Koffern fluchtartig ihre Heimat verlassen. Friedrich Merz wurde als Pinocchio dargestellt, während der frühere US-Präsident Joe Biden aufgrund seiner hohen Anzahl an Begnadigungen zum Ende seiner Amtszeit positiv erwähnt wurde.
Neunzehn Sanktionspakete wurden seit Beginn des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 seitens der EU veröffentlicht – Rating veranschaulichte, warum die getroffenen Maßnahmen bislang keinerlei Wirkung entfaltet haben.
Das Kuriositätenkabinett des Arnulf Rating
In der ersten Hälfte des Abends untermalte Rating seine Themen am Beamer mit Zeitungsausschnitten und KI-generierten Bildern und beraubte sich damit ein Stück weit der Möglichkeit, seine Pointen detailliert aufzubauen, da diese bereits auf der Leinwand den Knalleffekt vorwegnahmen. Zudem wirkte sein Kabarett-Stakkato überfrachtet.
Nach der Pause hingegen spielte Arnulf Rating seine ganze Kabarett-Klasse aus, plauderte über unseren Handywahn, Corona, die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn, Wahlstimmzettel oder unser Rentensystem und traf damit ins Schwarze. Er schlüpfte in verschiedene Rollen, sprach dabei Tacheles, formulierte schön grotesk und ließ den Projektor weitestgehend in den Hintergrund wandern. Aufgrund der zweiten Halbzeit bot Arnulf Rating einen abwechslungsreichen Kabarett-Abend, der durch einen signifikanten Comedy-Anteil untermalt wurde.
Matthias Jung in der Arche
Matthias Jung wird am 8. Februar sein Programm „Abenteuer Pubertät – so peinlich kommen wir nicht mehr zusammen“ in der "Arche" vorstellen und dabei die Verhaltensmuster unserer Teenager analysieren. Der Startschuss zum vergnüglichen Verhaltens-Ratgeber ist um 18 Uhr.

