Ulm / Helmut Pusch  Ihre Allgäu-Krimis sind Bestseller. Jetzt legen Volker Klüpfel und Michael Kobr ihren ersten Thriller vor: „Draußen“.

Auch wenn sie die Mischung aus Humor und Krimihandlung nicht erfunden haben: Mit ihren Romanen um den ebenso tolpatschigen wie scharfsinnigen Allgäuer Kommissar Adalbert Ignatius Kluftinger gehören Volker Klüpfel und Michael Kobr zu den erfolgreichsten Unterhaltungs-Autoren. In bislang zehn Romanen haben sie die Allgäuer Verdrucktheit zur Kunstform erhoben.  Und auch ihre anderen Bücher „In der ersten Reihe sieht man Meer“  und „Zwei Einzelzimmer, bitte!“ sind vor allem witzig. Jetzt legen die Autoren, die sich aus ihrer Schulzeit am Kemptener Gymnasium kennen, mit „Draußen“ ihren ersten Thriller vor, der einzig auf Spannung setzt. Und gleich vorweg: Klüpfel und Kobr können auch das – und fern des Allgäus.

In einem Waldgebiet in Brandenburg halten sich drei Menschen versteckt: der muskelbepackte Stephan, dessen Gesicht von Brandnarben entstellt ist, die 16-jährige dunkelhäutige Cayenne und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Joshua. Warum sich das Trio in einem alten Wohnwagen auf einem heruntergekommenen Campingplatz versteckt, ist unklar. Die Bedrohung ist aber real: Ein Unbekannter überfällt Cayenne, und sie entkommt nur knapp und verletzt dem Angriff.

Drei Handlungsstränge

Parallel  dazu erzählt der Roman die Geschichte des Lobbyisten Jürgen Wagner. Er arbeitet für die Energiewirtschaft und tut das ohne Skrupel, schreckt auch vor Erpressungen und schmutzigen Tricks nicht zurück, um die Interessen seiner Auftraggeber zu transportieren. Schnell ist klar: Dieser Jürgen Wagner ist alles andere als harmlos.

Und noch ein Handlungsstrang: In seinem Tagebuch erinnert sich ein gewisser Etienne an seine Zeit bei der Fremdenlegion. Ein gewisser Georges protegiert ihn, weil er als dienstälterer Buddy auch für die Verfehlungen seines Schützlings haftet. Doch allmählich wird aus dem zögerlichen Neuling ein Legionär mit Prinzipien.

Wie das alles zusammenpasst? Das verweben Volker Klüpfel und Michael Kobr in ihrem Thriller kunstfertig zu einer immer homogener werdenden Handlung. Als ein Unwetter zum Strom-Blackout führt, den der Energie-Lobbyist Jürgen Wagner immer wieder geleugnet hatte, nimmt die Handlung Rasanz auf. Die Masken fallen, es bahnt sich der Showdown an  – und der findet draußen statt. Helmut Pusch