Stuttgart/Karlsruhe / Jürgen Kanold Eine städtische Bühne nach der anderen beendet den Spielbetrieb. Wann entscheidet das Kunstministerium?

Das Theater in Freiburg hat die Saison vorzeitig beendet, auch das Mannheimer Nationaltheater und das Theater Heilbronn. Nachdem die Landesregierung den Publikumsverkehr in Theatern, Opern und Konzerthäusern  weiterhin verbietet, aktuell bis zum 10. Mai, stellt eine städtische Bühne nach der anderen den Spielbetrieb ein. Zu aussichtslos erscheint die Perspektive, bis Mitte Juli angesichts der Pandemie noch Aufführungen anbieten zu können.

Und die Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe? Diese warteten am Montag gewissermaßen stündlich auf eine Entscheidung aus dem Kunstministerium. Peter Spuhler, Generalintendant der Badischen Staatstheater und Vorstandsmitglied der Intendanten-­Gruppe im Deutschen Bühnenverein, sagte unserer Zeitung: „Wir haben dem Ministerium empfohlen, den regulären Vorstellungsbetrieb bis zum Sommer, bis zum 31. August, auszusetzen. Wir wollen aber rasch wieder mit Proben beginnen, damit wir uns auf einen starken Herbst vorbereiten können.“ Ein zwangsläufiges Datum: Bis zum 31. August sind Großveranstaltungen in Deutschland verboten, zum 1. September  werden an den Theatern neue Verträge ausgestellt. „Das würde Klarheit schaffen, und Stabilität ist in diesen Zeiten ganz wichtig“, sagt Spuhler.

Die Einstellung des regulären Spielbetriebs bedeute aber nicht, dass am Theater nicht weitergearbeitet werde. Die nächste Saison werde vorbereitet und man wolle mit kleinen Formaten das Publikum erreichen: Minikonzerte, offene Proben. Er respektiere die Streaming-Aktivitäten der Bühnen sehr, sagt der Karlsruher Generalintendant, aber Theater sei nun mal ein Live-Erlebnis. So hofft ein über die aktuelle Situation „total trauriger“ Spuhler auf bessere Zeiten. Jürgen Kanold