Ulm / Jana Zahner Das neue Spotify-Hörspiel „Susi“ parodiert die wachsende Abhängigkeit von digitalen Hilfsmitteln.

Sie heißen Siri oder Alexa und sollen unser Leben erleichtern: Assistenzsysteme mit künstlicher Intelligenz, die per Sprachsteuerung Musik abspielen, das nächstgelegene Chinarestaurant finden oder neues Katzenfutter bestellen. Was aber, wenn sich hinter den blechernen Stimmen kein Computerprogramm, sondern ein echter Mensch verbergen würde? Jemand, der alle Geheimnisse seines Nutzers kennt? Auf diesem Gedankenspiel basiert „Susi“, ein neuer Podcast von Spotify.

Die Musik-Streamingplattform expandiert seit Jahren im ebenso boomenden wie umkämpften Markt für serielle Audiounterhaltung. 2019 übernahm Spotify das weltweit erfolgreiche US-amerikanische Podcast-Label „Gimlet Media“. Gimlet produziert neben mehreren journalistischen Formaten auch fiktionale Podcasts – also Hörspiele. Darunter die Geschichte einer jungen Frau, die bei einem KI-Dienstleister anheuert, um der Langweile ihrer Heimatstadt zu entkommen. Als Teil des Sprachassistenzsystems „Sandra“ hilft sie Nutzern, die nicht wissen, dass sie von echten Menschen betreut werden.

Schauspieler als Sprecher

In der deutschsprachigen Adaption wird aus Sandra „Susi“. Das siebenteilige Hörspiel ist mit Sprechern wie Martina Hill („Heute Show“), Almila Bagriacik („4 Blocks“) und Bastian Pastewka („Pastewka“) mit bekannten deutschen Schauspielern bis in die Nebenrollen besetzt und will Kino für die Ohren sein. Bagriacik spricht die emphatische Sara, die sich begeistert in ihre Rolle als „Susi“ stürzt. Kann ich einen Falken als Haustier halten? Habe ich eine Allergie gegen Tupperware? Als Mitarbeiterin der Firma Orbital Teledynamics bearbeitet sie jedes noch so absurde Problem ihrer unmündigen Nutzer. Als Sara sich ungefragt in das Leben eines Kunden einmischt, hat das fatale Folgen.

„Susi“ ist eine Mischung aus Komödie und Dystopie, die ebenso witzig wie klug unsere zunehmende Abhängigkeit von digitalen Hilfsmitteln parodiert. Ein Hörerlebnis, das neugierig auf mögliche weitere deutschsprachigen Gimlet-Adaptionen macht. Jana Zahner