„Nun ist Geselligkeit am End“, heißt es im „Jedermann“, als der Tod den „reichen Mann“ beim Festbankett ereilt. In Zeiten der Pandemie wurden diese Worte in makabrer Weise aktuell und hätten um ein Haar auch die einhundertste Saison der Salzburger Festspiele vereitelt. Doch das weltgrößte Musik- und Theaterfestival konnte stattfinden, wenn auch stark zusammengestutzt und unter strengen Hygienevorgaben. Und das Experiment ist geglückt: Die am Sonntag zu Ende gegangenen Festspiele haben eine positive Bilanz des durch die Corona-Krise stark abgespeckten Festivals gezogen.

Die Erwartungen des Direktoriums seien weit übertroffen worden, teilten die Festspiele mit. Das wegen des Coronavirus aufgelegte Sicherheitskonzept habe funktioniert. „Dass bisher bei 1400 Mitwirkenden in der über zweimonatigen Vorbereitungs-, Proben- und Vorstellungszeit nur eine einzige Mitarbeiterin Anfang Juli infiziert wurde und dass kein einziger Fall unter den 76 500 Besuchern gemeldet wurde, ist eine Sensation“, meinte der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz. Die 110 Aufführungen hätten eine Auslastung von 96 Prozent gehabt. Die Einnahmen betrügen 8,7 Millionen Euro. Die Treue hielten vor allem die Stammgäste: Gut zwei Drittel aller verkauften Karten gingen an diese Gruppe. Das Publikum kam aus 39 Ländern.

Das strenge Sicherheitskonzept habe international große Beachtung gefunden, erklärte Festspielpräsidentin Helga Rabl-­Stadler. Intendant Markus Hinterhäuser sagte: „So wird das Signal, das von Salzburg ausgeht, das stärkste, vitalste und wesentlichste sein, das man an die Welt senden kann.“ Insgesamt wurden im Rahmen des Sicherheitskonzepts rund 3600 Corona-Tests gemacht, darunter etwa 1000 noch am Wohnort der Künstler und temporären Mitarbeiter, 2355 Routine-Tests von Personen, die den Sicherheitsabstand nicht einhalten konnten und 154 Tests aufgrund eines Verdachts. dpa