London / dpa Der Gitarrist und Deep-Purple-Mitgründer Ritchie Blackmore ist bekannt für seine Riffs und seinen Eigensinn.

Ritchie Blackmores Gitarren überlebten früher selten ein Konzert. Der Exzentriker war in den Siebzigern bekannt dafür, seine Instrumente zu zertrümmern. Seine Fans verehrten ihn dafür, genauso wie für das Anfangsriff, mit dem der Hardrock-Klassiker „Smoke On The Water“ beginnt. An diesem Dienstag wird er 75.

Blackmore genoss den Erfolg von Deep Purple mit mehr als 100 Millionen verkauften Platten. Doch seit mehr als 20 Jahren ist er nun mit der Mittelalter- und Renaissance-Combo Blackmore’s Night unterwegs. Eine ungewöhnlich lange Zeit für den streitlustigen Gitarristen und Songwriter. Es mag helfen, dass er mit Sängerin Candice Night verheiratet ist.

1967 gründete er zusammen mit dem Hammondorgel-Spieler Jon Lord eine Gruppe, die als Deep Purple bekannt werden sollte. Die erste Single „Hush“ schoss sofort in die Top Ten der US-Charts. Doch erst ihre Live-Aufnahme von „Concerto for Group and Orchestra“ in der Londoner Royal Albert Hall brachte ihnen die Anerkennung der Heimat. Dabei prallten Welten aufeinander: „Mit leisen Tönen ist es schwierig, einen guten Sound zu erzeugen, wenn es um Rock ’n‘ Roll geht“, beschwerte sich Blackmore über die Zusammenarbeit mit Orchestern.

Wegen zahlreicher Querelen kam es zu regelmäßigen Umbesetzungen bei Deep Purple. „Wenn man jede Nacht arbeitet, hasst man sich gegenseitig“, so Blackmore. Schließlich überwarf er sich mit seinen Kollegen und gründete 1975 Rainbow. Auch hier verschliss er mehr zwei Dutzend Musiker. Ein Grund dafür mag sein, dass er sie nicht bezahlte. „Wenn man in seiner Musik aufgeht, sollte man das umsonst machen“, verteidigte er sich.

1984 gab es ein erfolgreiches Deep-Purple-Comeback. Anfang der 90er Jahre verließ Blackmore die Band endgültig.  Vor einigen Jahren reformierte er überraschend Rainbow mit neuer Besetzung. Seitdem gab er jedes Jahr mehrere Konzerte mit der Band, veröffentlichte drei Live-Alben, aber nur einen neuen Song. Es schmeichle ihm, dass ihn manche noch immer für den wütendsten Mann im Rock halten, sagt Blackmore: „Das hält die Leute fern, die ich nicht mag.“ Uli Hesse