Berlin / epd/dpa Wissenschaftsrat empfiehlt umfassende Neuorganisation der größten deutschen Kultureinrichtung.

Die 1957 gegründete Stiftung Preußischer Kulturbesitz soll einem Gutachten des deutschen Wissenschaftsrates zufolge grundlegend neu geordnet werden. Die bisherige Dachstruktur sollte aufgelöst und in vier eigenständige Organisationen für die Staatlichen Museen, die Berliner Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv und das Iberoamerikanische Institut überführt werden, hieß es bei der Vorstellung des Gutachtens am Montag in Berlin. Die Weiterentwicklung der Stiftung werde derzeit durch „tief gestaffelte Hierarchien und unklare Entscheidungsprozesse“ behindert.

Der Präsident der Stiftung, Hermann Parzinger, bezeichnete das Gutachten als guten Ausgangspunkt für weitere Diskussionen. Der Schlüssel für die Weiterentwicklung liege in einer größeren Autonomie und Verantwortung der einzelnen Häuser sowie in flacheren Hierarchien, betonte Parzinger. Ziel müsse aber auch sein, „das nationale und internationale Renommee und die Strahlkraft nicht zu beschädigen“.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters kündigte nach der Präsentation des Gutachtens an, dass die größte deutsche Kultureinrichtung innerhalb von drei bis fünf Jahren reformiert werden soll. Die Studie sei ein „erster, sehr wichtiger Schritt, um die Stiftung zukunftsfest zu machen“, sagte die CDU-Politikerin.

Zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehören unter anderem 15 Museumssammlungen. Der Haushaltsplan für 2020 hat einen Umfang von rund 336 Millionen Euro. Die Stiftung hat etwa 2000 Mitarbeiter. epd/dpa