London / Helmut Pusch Er war eine der tragischen Figuren des Rock. Peter Green, der Mitbegründer von Fleetwood Mac, ist tot.

Seine Songs hat  jeder schon mal gehört, wenn auch nicht unbedingt in der Version, die er selbst eingespielt hat. Sein „Black Magic Woman“ gehört in der Fassung von Carlos Santana zu den Meilensteinen des Pop. Sein „Albatross“ ist eine der schönsten Instrumentalnummern für sechs Saiten überhaupt. Über seinen Gitarrenton sagte B.B. King einmal: „Er ist der einzige, der mich ins Schwitzen bringt.“ Und dennoch: Peter Green, der jetzt im Alter von 73 Jahren verstorben ist, war eine der tragischsten Figuren des Pop.

Green kam 1946 im Londoner Stadtteil Bethnal Green zur Welt. Schon mit 15 Jahren startete er seine professionelle Karriere als Gitarrist, wenig später wurde er der Nachfolger seines Idols Eric Clapton bei den Bluesbreakers, wo er auch Drummer Mick Fleetwood  und Bassist John McVie kennenlernte, mit denen er  im Sommer 1967 Fleetwood Mac gründete. Eineinhalb Jahre später waren Fleetwood Mac ganz oben: Das von Green komponierte Instrumental „Albatross“ bescherte der Gruppe im Winter 1968/69 den ersten Nummer-1-Hit.

Doch der sensible Green war dem Erfolg nicht gewachsen. Er ertrug den Medienrummel nicht, nahm LSD.  Er begann, in weiten Gewändern und mit großem Kruzifix aufzutreten. Schon drei Jahre nach der Gründung verließ Green die Band 1970 und stürzte ab: Der Drogenmissbrauch hatte bei Green Schizophrenie ausgelöst, der Musiker wurde lange in der Psychiatrie behandelt, soll auf der Straße gelebt haben, und arbeitete später als Friedhofsgärtner. Green weigerte sich auch eine Zeit lang, die ihm zustehenden Tantiemen seiner Hits anzunehmen. Er hatte auch seine legendäre Les Paul an einen jungen Fan verkauft: Gary Moore.

Erst 1979 meldete sich Green wieder als Musiker zurück. An die Erfolge seiner Band-Kollegen, deren 1977er Album „Rumours“ sich allein über 40 Millionen Mal verkaufte, konnte Green allerdings nie anknüpfen. In einem Interview sagt er einmal rückblickend: „Das Schlimmste, was mir im Leben passiert ist, sind die Drogen – das Beste war, einen Nummer-1-Hit zu landen.“ Helmut Pusch