Berlin / dpa Die Stadt kennen die Musiker gut. Das Duo hat sein neues Album „Hotspot“ in den Hansa Studios aufgenommen.

David Bowie, Depeche Mode und U2 haben es vorgemacht. Nun reihen sich auch die Pet Shop Boys unter die internationalen Musiker ein, die ein Berlin-Album aufgenommen haben. Am Freitag erscheint „Hotspot“ (X2/Rough Trade), aufgenommen mit Produzent Stuart Price in den Hansa Studios am Potsdamer Platz. Die zehn Tracks umfassende Songsammlung enthält praktisch alles, was Fans des englischen Elektropop-Duos lieben: eingängige Melodien zwischen Dancefloor-Euphorie („Happy People“) und nachmitternächtlicher Melancholie („Only The Dark“), treibende House-Beats, liebevolle Großraumdisco-Zitate („Monkey Business“), bittersüße Balladen – und Texte voll schlauer Ironie sowie schwulem Selbst- und Stilbewusstsein.

Man fühlt sich beim Hören an die 80er und 90er erinnert, als Sänger Neil Tennant und Keyboarder Chris Lowe mit Welthits wie „West End Girls“, „Suburbia“ und „It‘s A Sin“ die Tanzflächen beherrschten. Rund 100 Millionen Tonträger sollen die Pet Shop Boys seit ihrer Gründung vor fast 40 Jahren verkauft haben. Tennant (65) und Lowe (60) schätzen die deutsche Hauptstadt als „Hotspot“ unter den europäischen Metropolen. Im Opener „Will O The Wisp“ sagt eine weibliche Stimme die U-Bahn-Station „Hallesches Tor“ an; im Text des Schmusesongs „You Are The One“ über eine Berlin-Romanze tauchen „Mitte“ und „Warschauer Straße“ auf; das Video zur Vorabsingle „Dreamland“ wurde unter dem Alexanderplatz gefilmt.

Im Interview kommt Sänger Tennant kaum aus dem Schwärmen über die Stadt heraus: „Vor zehn Jahren haben wir ein Apartment in Berlin gekauft. Und wir haben da Songs geschrieben. Wir mögen Berlin also sehr, das ist ein sehr produktiver Ort für uns.“ Zudem sei das Leben in Berlin im Vergleich zu London angenehm entschleunigt. „Es gibt dort mehr Fläche für viel weniger Menschen, und es ist sehr grün. In 20 Taxi-Minuten sind wir von unserem Apartment aus an einem See. Und wir lieben auch die Musikszene, die kleinen Clubs an der Warschauer Straße, die Galerien, das Herumflanieren.“ Das Album, sagt Tennant, klinge „wie ein Liebesbrief an die Stadt“. dpa