Oberammergau / hep 2020 gibt es keine Festspiele in Oberammergau. Sie finden wegen der Corona-Krise zwei Jahre später statt.

In Oberammergau kennt man sich mit Seuchen aus. Immerhin gründen die Passionsspiele auf einem Gelöbnis von 1633. Die Einwohner gelobten damals, alle zehn Jahre die Passion Jesu aufzuführen, damit Gott der Krankheit ein Ende bereite. Der Überlieferung nach forderte die Seuche danach keine Todesopfer mehr in dem Alpendorf.

Im Mai sollte sich erneut der Vorhang heben – Corona zum Trotz. Doch daraus wird nichts. Die Festspiele werden erst 2022 stattfinden. Grundlage für die Entscheidung des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen sowie des zuständigen Gesundheitsamts, die Aufführung der Passionsspiele Oberammergau zu untersagen, war das Infektionsschutzgesetz: „Das Gesundheitsamt hat eine Risikoeinschätzung vorgenommen. Hiernach ist eine Durchführung der Passion bis in den Herbst hinein nicht möglich. Es ist zwar davon auszugehen, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder zurückgefahren werden können, wenn die exponentielle Zunahme an Infizierten unterbrochen werden kann. Jedoch werden wir noch über einen langen Zeitraum ein hohes Risiko haben, dass immer wieder Infektionen auftreten werden. Es ist zu dem jetzigen Zeitpunkt schon eindeutig vorherzusagen, dass eine Veranstaltung in der Größenordnung der Passionsspiele nicht durchführbar ist. Das Risiko ist zu hoch, dass neue Infektionsketten entstehen. Aus gesundheitspräventiver Sicht ist die Veranstaltung daher zu untersagen.“

Auch für die Gemeinde Oberammergau und die Spielleitung um Christian Stückl steht die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle. Die Corona-Pandemie hat es unmöglich gemacht das diesjährige Spiel fertig zu stellen, ohne die Mitwirkenden und Gäste zu gefährden. Darüber hinaus ist die Perspektive für dieses Jahr unklar. Eine Verschiebung um lediglich ein paar Monate erschien allen Beteiligten als nicht tragbar.

Schon früher verschoben

Die Premiere ist für den 21. Mai 2022 vorgesehen. Bereits in der Vergangenheit kam es zu Verschiebungen oder gar Absagen der Passionsspiele. 1770 konnten die Passionsspiele aufgrund eines Generalverbotes nicht stattfinden, 1940 verhinderte der Zweite Weltkrieg eine Aufführung. Zum Passionsspiel 1920 beschloss der Gemeinderat, die Vorbereitungen für die Passion angesichts der hohen Zahl an Gefallenen des 1. Weltkrieges nicht voranzutreiben, die Spiele konnten aber 1922 nachgeholt werden. swp

Info Bereits gekaufte Karten können ab 6. April in Tickets für 2022 umgewandelt oder an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.