Berlin/Stuttgart / dpa Max Herre veröffentlicht sein neues Album „Athen“. Es sei ein „Fluchtpunkt für Erinnerungen“.

Kaum waren die ersten Hörproben von Max Herres neuem Album versandt, waren alle Zeitpläne Makulatur. Er sei schon wieder im Studio, hieß es zwei Wochen vor der geplanten Veröffentlichung von „Athen“. Statt im August, erscheint das Album nun an diesem Freitag. „Es lagen einfach noch ein paar Songs rum als Skizzen – und dann hab ich weitergemacht“, sagt Herre (46), der mit der Soul-Sängerin Joy Denalane (46) als ein Traumpaar der deutschen Musikszene gilt.

Während das „Traumpaar“ Helene Fischer und Florian Silbereisen längst Geschichte ist, haben Herre und Denalane erst in diesem Jahr – 20 Jahre nach ihrem ersten Freundeskreis-Hit „Mit Dir“ (1999) – mit der Single „das Wenigste“ noch einmal die Aufs und Abs ihrer Liebe besungen. „Du hast mich gesehen, an meinem blinden Punkt, das Wenigste von mir“: Im Kontrast zur Hochglanzwelt des Schlagers offenbaren die Zeilen eine menschliche Nahbarkeit, die sich nun auch auf „Athen“ wiederfindet.

Athen, das sei ein Sehnsuchtsort und ein Fluchtpunkt, der für Orte und Erinnerungen stehe, sagt Herre. „Ich habe familiäre Verbindungen, weil mein Vater da lebte, Ende der Achtziger-Jahre, mein ältester Onkel da geboren ist, mein Großvater da in den Zwanziger-Jahren des letzten Jahrhunderts lebte.“

Bei der Arbeit am Album sei es darum gegangen, sich auf die Suche zu begeben, „nach Dingen, an denen man noch nicht gekratzt hat“, nach Erinnerungen, die gehoben werden wollen. Auch Gäste durften sich verewigen. So etwa Trettmann, der zuletzt gefühlt auf keinem Rap-Album fehlte. Die EP (Extended Player) hat Herre „Hier“ genannt. Sie enthält die Songideen, die sich der Idee des Roadtrips auf „Athen“ nicht unterordnen wollten.

Musikalisch klingt das Album an vielen Stellen vor allem organisch, statt beatlastig. Und es bezieht Stellung. „Wir leben in Zeiten, in denen man – meiner Meinung nach – nicht vorbeigucken kann an bestimmten Entwicklungen“, sagt Herre. „Und ich kann dieses Mikrofon, das ich da vor der Nase habe, auch dafür nutzen.“ dpa