Stuttgart / hab Das Kunstministerium will Objekte aus Karlsruhe an die rechtmäßigen Erben restituieren.

Baden-Württembergs Landesregierung will erneut Kunstwerke, die während des Nationalsozialismus unter dubiosen Umständen den Besitzer gewechselt haben, an rechtmäßige Erben zurückgeben. Das geht aus einer Vorlage von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) für die Kabinettssitzung nächsten Dienstag hervor. Das Papier liegt dieser Zeitung vor.

Es geht um Objekte, die in Karlsruher Museen liegen: zum einen aus dem Badischen Landesmuseum die „Sammlung Gallinek“, die aus rund 420 Porzellanteilen, dreizehn Porträtminiaturen und drei großformatigen Tapisserien besteht. Zum anderen aus dem Bestand der Kunsthalle Karlsruhe das Gemälde „Pferdestall“ von Franz Krüger.

Die „Sammlung Gallinek“ gehörte dem jüdischen Kunstsammler Ernst Gallinek, der 1940 in Baden-Baden starb, „wohl eines natürlichen Todes“, wie es in der Datenbank „Lost Art“ heißt. Gallinek hinterließ ein Testament, jedoch wurde der Testamentsvollstrecker von den Nazis in ein Lager gesteckt. Statt an die Erben gelangte die Sammlung ins Landesmuseum.

Das Gemälde wurde erst 1972 von der Kunsthalle „aus privater Hand“ erworben. Vor der Shoa hatte es Alfred Sommerguth gehört, der viele Gemälde verkaufte, um Juden diskriminierende Sondersteuern zahlen zu können. In beiden Fällen prüfen die Museen Rückkäufe, um die Objekte halten zu können. hab